
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach eigener Darstellung die historische Flutkatastrophe vor fünf Jahren mit 184 Toten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen "gut vorhergesagt" und auch gewarnt.
"Das nie dagewesene Ausmaß war damals aber nicht vorstellbar", sagte DWD-Sprecherin Teresa Grimm in Offenbach. "Dies hat sich geändert. Wenn nun vor einem Extremereignis gewarnt wird, ist die Aufmerksamkeit in allen Bereichen höher."
Was heute bei einer ähnlichen Warnlage wie bei Tief "Bernd" im Juli 2021 laut DWD anders laufen würde.
Warnungen aufs Handy
Bei drohender Gefahr für Leib und Leben würden nun Warnungen mittels Cell-Broadcast direkt an die Mobilfunkgeräte der betroffenen Bevölkerung gesendet werden können.
Pegelstände werden häufiger berechnet
Der DWD und die Hydrologen der Hochwasservorhersagezentralen (HVZn) berechnen inzwischen stündlich die Lage. Vor fünf Jahren waren es nur alle drei Stunden. "Aktuelle Entwicklungen können so schneller für die Prognosen berücksichtigen werden", so der DWD. Dies stabilisiere auch die Berechnungen der Pegelstände.
Engere Kommunikation mit Experten
"Im Juli 2021 hat sich vor allem herausgestellt, dass vor und während solcher Ereignisse eine intensivere, gemeinsame Kommunikation zwischen DWD, Katastrophenschutz und HVZn für ein gemeinsames Verständnis über die möglichen Auswirkungen notwendig ist", sagte Grimm.
Bei Unwetterlagen gebe es deshalb jetzt Videokonferenzen zwischen den Außenstellen des DWD, den Innenministerien und HVZn für alle betroffenen Bundesländer. "Dabei erläutern unsere WetterberaterInnen was bei der Lage wahrscheinlich ist und welches Worst-Case-Szenario möglich ist, so dass man besser für die Lage gewappnet ist und eher nicht mehr von intensiveren Entwicklungen überrascht wird."
Bund-Länder-Konferenzen
"Bei Extremereignissen, die mehrere Bundesländer bedrohen, wird vom Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Länder (GMLZ des BBK) inzwischen eine Bund-Länder-Konferenz einberufen", sagte Grimm.
Neben den Hydrologen und den Innenministerien der Länder nehmen daran auch teil: Technisches Hilfswerk, die Autobahn GmbH des Bundes, die Netzleitzentrale der Deutschen Bahn, das territoriale Führungskommando der Bundeswehr. Hilfsdienste wie Rotes Kreuz, Johanniter und Malteser, der ADAC und die Luftrettung seien ebenfalls eingeladen. 2024 sei auch einmal ein Krisenstab in Österreich zugeschaltet gewesen.
Bei den Konferenzen werde die Schwere der Unwetterlage vom Supervisor der Vorhersage- und Beratungszentrale für ein gemeinsames Verständnis und eine beste mögliche Vorbereitung erläutert. Im Anschluss berichteten die Teilnehmenden von ihren Vorkehr-Maßnahmen.
"Vor allem können auch Hilfsleistungen aus nicht betroffenen Ländern abgestimmt werden."
Gefahrenportal im Internet
Das
Naturgefahrenportal
stellt jetzt die Warnungen des Katastrophenschutzes, der Hochwasservorhersagezentralen und des DWD auf einer Internetseite dar. "Dort kann man sich präventiv auch über Gefahren und Risiken informieren und wie man am besten vorsorgt und handelt."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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