
Dehydrierung, Kreislaufstörung, Überhitzung: Zahlreiche Menschen suchen mit hitzebedingten Beschwerden Hilfe beim Hausarzt oder im Krankenhaus. Die Praxen sind aber nicht überfüllt, auch weil einige Patienten ohne akute Beschwerden Termine absagen. Viele Notaufnahmen sind auf einen höheren Andrang eingestellt, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Die Krankenhäuser melden allerdings auch Investitionsbedarf an.
Wie reagieren die Krankenhäuser?
"Heiße Sommertage und erst recht Hitzeperioden fordern die Krankenhäuser in mehrfacher Hinsicht. Das wirkt sich zuerst in einer spürbar höheren Inanspruchnahme der Notaufnahmen aus", sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), Ingo Morell.
Doch auch der Hitzeschutz für die stationär behandelten Patienten und für die Mitarbeiter stelle eine Herausforderung dar, der die Kliniken seit einigen Jahren mit eigenen Konzepten begegneten. Die Lösungen seien abhängig von örtlichen Gegebenheiten. Denn viele Krankenhäuser verfügten noch über ältere Gebäude, beispielsweise aus den 1960er und 1970er Jahren, die häufig keine Voraussetzungen für Verschattung oder gar moderne Klimaanlagen böten.
Im Alltag werde versucht, gerade für besonders gefährdete Patienten kühl gelegene Räume zu nutzen. Besonders wirksame Maßnahmen wie moderne Lüftungsanlagen scheiterten an finanziellen Hürden, "weil die Investitionsmittel des Landes für die Krankenhäuser nicht den Bedarf abdecken", erklärte er.
Wie ist die Situation bei den Hausärzten?
"In den Praxen verzeichnen wir aktuell keine Auffälligkeiten, es ist weder besonders voll noch besonders leer", sagte der erste Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe, Lars Rettstadt. Im Sommer sei eher etwas weniger los. "Diejenigen, die nicht müssen, kommen auch nicht. Daher ist es momentan nicht notwendig, besondere Maßnahmen zu ergreifen."
Ähnliches berichtet auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Nordrhein, Manfred Imbert. Es kämen etliche Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen zum Arzt. Auf der anderen Seite sagten auch Patienten Termine ab, so dass die Praxen nicht überfüllt seien.
Welche Probleme haben die Menschen?
"In erster Linie sind es Kreislaufstörungen", schildert auch Rettstadt. Insgesamt könne man aber feststellen, dass die Menschen sich besser auf die Temperaturen einstellten und die wichtigsten Tipps beherzigten: Viel trinken, kühle Räume oder Schatten suchen und körperliche Anstrengungen vermeiden.
Wer ist besonders betroffen?
Kleinstkinder, alte oder vorerkrankte Menschen, diejenigen, die in Heimen leben, in Räumlichkeiten, in denen man die Temperatur nicht gut regulieren kann, zählt Rettstadt. Auch Imbert hat unter anderem ältere Menschen im Blick.
Ein Problem sei, dass blutdrucksenkende Medikamente den Blutdruck bei Hitze noch deutlich stärker senken könnten, erklärt Imbert. Deshalb könne es zu vermehrten Kreislaufproblem kommen. Es gelte zu überprüfen, ob der Blutdruck nicht zu tief in den Keller falle, am besten durch Selbstmessung des Patienten.
Was sagen große Einrichtungen?
Zwar würden vermehrt Patienten mit hitzebedingten Beschwerden verzeichnet. "Allerdings bewegen wir uns hier auf dem Niveau der vergangenen Jahre bei ähnlichen Wetter- beziehungsweise Temperaturlagen", sagte eine Sprecherin der Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum. Die Abteilungen und die zentrale Notaufnahme seien angesichts der hohen Temperaturen auf einen höheren Andrang von Menschen mit hitzetypischen Beschwerden vorbereitet.
Patienten würden darauf hingewiesen, die Belastung durch Hitze und direkte Sonneneinstrahlung möglichst gering zu halten, viel zu trinken und sich durch passende Kleidung und UV-Schutz zu schützen. In der Einrichtung stünden Wasserspender bereit. Zusätzlich informiere man die Patienten, dass sich die Wirkung mancher Arzneimittel bei großer Hitze ändern könne und gebe Empfehlungen, was zum Beispiel nach einer Operation beachtet werden sollte.
Die Uniklinik RWTH Aachen behandelt derzeit vermehrt Patienten mit hitzebedingten Beschwerden, insbesondere aufgrund von Dehydrierung und Überhitzung. Die Fallzahlen bewegen sich bislang jedoch auf einem für die Jahreszeit typischen Niveau, hieß es. Das Universitätsklinikum Münster berichtet, dass das Patientenaufkommen derzeit etwa 5 Prozent höher sei. "Darauf kann man sich aber noch personell einstellen", sagte eine Sprecherin.
Die Uniklinik Köln hat bislang weder in ihrer zentralen Notaufnahme noch in ihrer Notaufnahme für Kinder und Jugendliche eine Häufung von hitzetypischen Fällen verzeichnet, wie ein Sprecher der Einrichtung in der Umfrage erklärte.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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