
Flammen fressen sich in ungekanntem Ausmaß durch den Wald, Menschen müssen ihr Zuhause verlassen. Dass gerade jetzt das Risiko für Brände wie jenen in Nordrhein-Westfalen besonders hoch ist, liegt an einem ungünstigen Zusammenkommen mehrerer Ursachen.
Wodurch kommt die brenzlige Lage zustande?
Die anhaltende extreme Dürre schafft besonders günstige Bedingungen für Brände. Bäume, Sträucher und Böden sind vielerorts zu trocken. Ist es – wie aktuell so oft – dann auch noch heiß, entsteht perfektes Feuerwetter. Es fehlt die Kühlung durch Verdunstung. Das Wetter allein führt noch nicht zum Waldbrand – dahinter stecken meist menschliche Ursachen. Lässt beispielsweise jemand in der Natur eine noch glühende Zigarettenkippe fallen und ausgedorrte Sträucher fangen Feuer, springen die Funken schnell über und können sich rasant ausbreiten und sich intensiv durch die Landschaft fressen.
Der Deutsche Wetterdienst weist die
Waldbrandgefahr
in einem fünfstufigen Index aus. Klickt man auf die tagesaktuellen Karten, ist das Land zurzeit tiefrot eingefärbt: Derzeit werden für die meisten Teile Deutschland die obersten beiden Gefahrenstufen ausgewiesen. Im Osten des Landes soll die Gefahr am besonders heiß erwarteten Samstag sogar noch einmal höher liegen als am Freitag.
Wie ungewöhnlich ist das?
Brände, die Tausende Menschen zwingen, ihre Häuser zu verlassen: Das kannte man in Deutschland bislang vor allem aus den Nachrichten klassischer Waldbrandregionen. "Wir kommen in Europa an unsere Grenzen. Wir beobachten Feuerverhalten, das wir aus dem kalifornischen Kontext kennen. Man sieht, dass die Kontrollschwelle öfter überschritten wird", erklärt der Feuermanagement-Experte Lindon Pronto, der auch Mitgründer einer Initiative namens Waldbrand-Klima-Resilienz ist, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.
Dem Thünen-Institut für Waldökosysteme zufolge gibt es fast in ganz Deutschland – außer in Schleswig-Holstein – eine witterungsbedingte Zunahme der Waldbrandgefahr. Besonders hoch sei diese in Dürrejahren, die sich seit 2018 häufen.
Auch im vergangenen Jahr war die betroffene Fläche nicht klein: Der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zufolge vernichteten 1.175 Brände rund 2.626 Hektar Waldfläche – eine Fläche so groß wie die Insel Norderney. Die verbrannte Fläche liegt damit um ein Vielfaches über dem langjährigen Mittel von 844 Hektar (1991 bis 2024).
Was hat die Klimakrise damit zu tun?
Das Thünen-Institut erklärt, die Waldbrandgefahr sei in den vergangenen 30 Jahren durch den Klimawandel immer weiter gestiegen. Durch höhere Temperaturen und längere Trockenperioden dürfte sich der Trend weiter verschärfen.
Der Forstwissenschaftler Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg weist darauf hin, dass die Tage mit hoher Waldbrandgefahr laut Deutschem Wetterdienst deutlich zunehmen. So hätten sich die Tage mit hoher Waldbrandgefahr im Mittel von sechs Tagen pro Jahr (in der Spanne 1961 bis 1990) auf 11,3 Tage im Jahr (im Zeitraum 1991 bis 2020) fast verdoppelt. "Dieser Trend spiegelt sich auch in einer hohen Anzahl an Waldbränden beziehungsweise einer großen Waldbrandfläche wider, die wir insbesondere in den vergangenen zehn Jahren beobachten konnten", betonte er vor einigen Wochen.
Außerdem gibt es eine Art Teufelskreis: Das Risiko für Waldbrände steigt nicht nur mit dem Klimawandel, sondern Waldbrände heizen den Klimawandel auch weiter an. Denn: Durch die Brände wird dem Thünen-Institut zufolge unter anderem CO2 freigesetzt, das vorher als Kohlenstoff im Holz gespeichert war.
498425
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Fußball-WM: Blatter kritisiert Infantino: "Hat sich Trump unterworfen"07.07.2026 - 2
Paralympics: Zu weiter Sprung: Forster im Super-G ausgeschieden09.03.2026 - 3
Unfall: Dortmunder Schlossherr kommt bei Lawine in der Schweiz um20.02.2026 - 4
Fußball-WM: WM als Chance: Kimmich wünscht sich "positiven Patriotismus"14.06.2026 - 5
Ski alpin 2026: Odermatt vor Sieg im Hundertstel-Krimi von Kitzbühel23.01.2026
Ähnliche Artikel
New Orleans Pelicans vs. Denver Nuggets heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Chicago Bulls vs. New York Knicks heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Milwaukee Bucks vs. Houston Rockets heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Minnesota Timberwolves vs. Golden State Warriors heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Toronto Raptors vs. Orlando Magic heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Indiana Pacers vs. Philadelphia 76ers heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Detroit Pistons vs. Charlotte Hornets heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Cleveland Cavaliers vs. Washington Wizards heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Atlanta Hawks vs. Miami Heat heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Fußball News: FC Liverpool nach Elfer-Krimi im Viertelfinale28.10.2026
Abgebrochener Start: Reifenplatzer auf Startbahn - Schreck für Ralf Schumacher28.10.2026
2. Runde: Aus im DFB-Pokal: Wagner und Hannover tief in der Krise28.10.2026
DFB-Pokal: Was ist eine Hirnhautreizung?28.10.2026
Fußball-WM: Bericht: FIFA nimmt knapp fünf Milliarden mit WM-Tickets ein28.10.2026
Abschiedstour: "Spatz von Avignon": Mireille Mathieu sagt Deutschland Adieu28.10.2026
DFB-Pokal: Kompany nach Hirnhautreizung aus Krankenhaus entlassen28.10.2026
Eilmeldung: Bayerns Kompany nach Hirnhautreizung aus Klinik entlassen28.10.2026
Handball: Remis in Skopje: Melsungens Handball-Märchen geht weiter28.10.2026
DFB-Pokal: SC Freiburg gewinnt Fünf-Tore-Krimi gegen Wolfsburg28.10.2026
DFB-Pokal: Mit Mühe gegen Dorfclub: Hertha erreicht Pokal-Achtelfinale28.10.2026



