
- Nach Hantavirus-Ausbruch - Kreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf die Kanaren
- Spanische Regierung untersagt das Einlaufen der MV Hondius auf den Kanaren
- Evakuierung durch Spezialflugzeug geplant
- 3 Todesfälle - WHO sucht nach Kontaktpersonen
Nach tagelangem Ausharren vor der Küste Kap Verdes sollte es für die Passagiere der MV Hondius endlich Entlastung geben. Das "Seuchenschiff" sollte eigentlich Kurs auf die Kanaren nehmen und dort einlaufen. Doch es gibt Probleme.
Wie unter anderem der "Focus" aktuell berichtet, verweigert der spanische RegierungschefFernando Clavijo offenbar das Einlaufen der MV Hondius. Das Schiff, auf dem es bisher zu drei Todesfällen gekommen war, stellt offenbar eine Bedrohhung dar. "Uns wurden auch nicht genügend Informationen zur Verfügung gestellt, um Ruhe zu bewahren und die Sicherheit der Bevölkerung auf den Kanarischen Inseln zu gewährleisten", erklärte der spanische Regierungschef.
Nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff - Anlege-Erlaubnis nun doch erteilt
Zuvor hieß es noch, dass die Kanaren das Einlaufen des Schiffes eines Hafens auf den kanarischen Inseln erlaubt hätte.
Die Entscheidung fiel laut "Süddeutscher Zeitung"demnach in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU unter Berücksichtigung internationaler Rechtsvorschriften und humanitärer Grundsätze.
Bisher drei Todesopfer nach Virus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff MV Hondius
Bislang forderte der Ausbruch des Hantarvirus auf dem betroffenen Kreuzfahrtschiff drei Todesopfer. Unter den Verstorbenen befindet sich auch ein deutscher Passagier, der am 2. Mai an Bord verstarb. Auch eine 78-jährige Frau aus Passau soll unter den Todesopfern sein. Das Testergebnis des Mannes auf das Hantavirus steht noch aus. Derzeit befinden sich 149 Menschen aus 23 verschiedenen Ländern auf dem Expeditionsschiff.
Wie geht es aktuell weiter? Evakuierung per Spezialflugzeug
Nach dem tödlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff vor den Kapverdischen Inseln sind zwei infizierte Crewmitglieder sowie eine Kontaktperson von Bord gebracht worden. Der Leiter der World Health Organization, Tedros Adhanom Ghebreyesus, teilte laut "Welt" mit, dass sich die drei Betroffenen inzwischen auf dem Weg in die Niederlande befinden. Laut "Bild", die sich auf Angaben des niederländischen Außenministeriums beruft, handelt es sich um einen 56-jährigen Briten, einen 41-jährigen Niederländer und eine 65-jährige Deutsche. Untersuchungen in Südafrika und der Schweiz hätten außerdem bestätigt, dass das Virus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Nach Angaben eines Experten ist der Zustand der drei Erkrankten stabil, allerdings zeigen zwei von ihnen Symptome. Zudem wurde bestätigt, dass eine Kontaktperson am Flughafen Amsterdam von Einsatzkräften abgeholt und anschließend zur Universitätsklinik in Düsseldorf gebracht werden sollte.
Erkrankte sollen mit Spezialflugzeugen evakuiert werden
Das niederländische Außenministerium kündigte an, die drei Betroffenen "so schnell wie möglich" vom Schiff zu holen. Für den Einsatz kamen zwei Spezialflugzeuge zum Einsatz, die mit der erforderlichen medizinischen Ausrüstung und geschultem Fachpersonal ausgestattet waren. Der Leichnam der deutschen Frau befindet sich laut Reederei weiterhin an Bord des Schiffes.
Wie gefährlich ist das Hantavirus wirklich? Übertragung von Mensch zu Mensch?
Die Weltgesundheitsorganisation zählt mittlerweile sieben bestätigte oder vermutete Hantavirus-Infektionen im Zusammenhang mit dem Ausbruch. Zwei Fälle wurden durch Labortests nachgewiesen, bei fünf weiteren Personen besteht ein begründeter Verdacht.
Experten befürchten, dass es sich um den Andes-Hantavirus handeln könnte. Dieser Virusstamm kommt in Argentinien vor – dem Land, von dem die MV Hondius am 20. März ihre Reise startete. Der amerikanische Arzt Zaid Fadul warnte gegenüber der "New York Post" vor den besonderen Gefahren: Der Andes-Stamm weist eine Sterblichkeitsrate von fast 40 Prozent auf und kann im Gegensatz zu anderen Hantavirus-Varianten von Mensch zu Mensch übertragen werden. Auf dem nur 107 Meter langen Schiff könnte sich die Lage dadurch schnell verschärfen.
149 Menschen in ständiger Angst auf engem Raum
Die Passagiere und Besatzungsmitglieder harren unter extremen Bedingungen aus. Auf dem 107 Meter langen Expeditionsschiff befinden sich 149 Personen aus 23 verschiedenen Nationen. Das Schiff bietet Platz für bis zu 170 Passagiere in 80 Kabinen, normalerweise begleitet von 57 Crew-Mitgliedern und einem einzigen Arzt.
Die Reederei hat die höchsten Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen aktiviert. Dazu gehören strikte Isolationsmaßnahmen, umfassende Hygieneprotokolle sowie eine kontinuierliche medizinische Überwachung aller Personen an Bord. Zwei Besatzungsmitglieder zeigen weiterhin akute Atemwegssymptome – eines mit leichtem, eines mit schwerem Verlauf. Beide benötigen dringend medizinische Versorgung, die an Bord nur eingeschränkt möglich ist.
Drei Todesfälle innerhalb weniger Wochen
Der erste Todesfall ereignete sich am 11. April: Ein 70-jähriger Niederländer wurde auf der Insel St. Helena von Bord gebracht und verstarb dort. Seine 69-jährige Ehefrau begleitete ihn und flog einen Tag später mit Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung nach Johannesburg. Während des Fluges verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch – sie starb am folgenden Tag im Krankenhaus. Labortests bestätigten später eine Hantavirus-Infektion.
WHO sucht mögliche Kontaktpersonen
Ermittler in Argentinien vermuten laut "Bild", dass sich ein niederländisches Ehepaar schon vor dem Start der Reise infiziert haben könnte. Im Fokus steht dabei ein Ausflug zur Vogelbeobachtung in Ushuaia. Nach Angaben der Behörden besuchte das Paar dabei auch eine Müllhalde, wo ein Kontakt mit infizierten Nagetieren möglich gewesen sein könnte. Bestätigt ist diese Annahme bislang nicht, die Untersuchungen dauern an.
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