
- Sebastian Fitzek im Interview
- Autor gibt Einblicke in seinen Schreibprozess und verrät, ob er sich verändert hat.
- Fitzek wagt sich mit Annika Strauss in das Genre Horror.
Seit zwanzig Jahren sorgt Sebastian Fitzek mit seinen Psychothrillern bei seinen Fans für schlaflose Nächte. Auf der Leipziger Buchmesse feierte er sein Jubiläum als Autor und ließ seine Fans an einem eigenen Stand in die Welt seiner spannenden, aber auch witzigen Geschichten eintauchen. Wie gelingt es ihm, Menschen für seine Geschichten zu begeistern? Wir haben ihn auf der LBM zum Interview getroffen.
Sebastian Fitzek im Interview: So entstehen seine Geschichten
Für Sebastian Fitzek würden Geschichten aus dem Alltäglichen entstehen, verriet er news.de. "Was mich immer beschäftigt, sind skurrilerweise Situationen, die mich zu einem Psychothriller
treiben." Daraus entstehen dann seine Bücher. Ein Rezept für seine spannenden Bücher habe er aber nicht. Für ihn geht es viel mehr um eine Figur, "die wir so interessant finden, dass wir mit ihr auf eine Reise gehen wollen und dass wir wollen, dass diese Figur ihr Ziel erreicht. Das gilt aber für jedes Genre, nicht nur für den Psychothriller oder Horror."
"REM" Sebastian Fitzek und Annika Strauss spielen mit der Angst vor Albträumen
Zusammen mit der "German-Scream-Queen" Annika Strauss wagt er sich in neues literarisches Terrain. Gemeinsam haben sie ein Buch geschrieben, das mit der Angst vor dem Einschlafen und den tödlichen Folgen von Albträumen spielt. Die Zusammenarbeit habe ihr Schreiben gegenseitig beeinflusst, so Sebastian Fitzek. Die Idee entwickelte sich aus einer Alltagssituation, die jeder nachvollziehen könne. "Was wäre, wenn ich mir meine Träume nach dem Aufwachen irgendwo ansehen könnte? Und was wäre, wenn das keine so gute Idee ist?" Einfach war der Schreibprozess für ihn nicht - was für ihn bei jedem Buch der Fall sei. Das gilt auch für die Figurenentwicklung: "Denn man muss erst einmal alle Charaktere so einführen, dass man eben mit ihnen auf eine Reise gehen will, dass sie entweder ein guter Freund werden oder eine ganz verhasste Person", erklärte uns Sebastian Fitzek. Das alles "steht und fällt mit der kunstvollen Einführung dieser Figur." Nicht jede Figur müsse für ihn sympathisch sein. Es waren einige Runden mit seiner Co-Autorin nötig, "bis diese Figuren nicht nur mehr vom Reißbrett kamen, sondern wirklich quasi für uns aus Fleisch und Blut waren."
Autor feiert Jubiläum: Das ist für Sebastian Fitzek das "Schlimmste"
Mit seinen Büchern steht Fitzek immer wieder auf den Bestsellerlisten und hat sich eine treue Fangemeinde aufgebaut, die zu seinen Autogrammstunden und Lesungen pilgert. Nach 20 Jahren ist einiges passiert. Hat sich in dieser Zeit sein Schreibprozess verändert? Er habe nichts bemerkt. Dennoch will er Neues wagen, was er bereits mit Ausflügen unter anderem ins Humoristische (zum Beispiel mit "Elternabend", Anm. d. Redaktion) gemacht hat. "Und auch jetzt betrete ich zumindest für mich wieder Neuland, auch wieder mit der Gefahr, dass Menschen sagen: 'Ja, aber deine Psychothriller habe ich mehr gemocht.' Und damit kann ich jetzt irgendwie nicht so viel anfangen." Für ihn gibt es "nichts Schlimmeres als den Stillstand", verriet er uns und fügt hinzu: "Ich selber würde still stehen bleiben, wenn ich nicht immer wieder was ausprobieren dürfte." Sebastian Fitzek probiert sich aus. "Ich hoffe, dass wieder irgendetwas ganz, ganz, ganz Neues passiert", sagte er. Was, das weiß er heute nicht. "Ich mach mir nie einen Plan und sage so: 'Jetzt müsstest du mal Science-Fiction schreiben‘, sondern ich stehe vor einer Idee und sage: 'Die interessiert mich'." Daraus kann alles werden, eine Komödie, Horror, ein klassischer Thriller wie "Noah" oder auch ein Kinderbuch.
Wie sehr hat sich der Thriller-Autor verändert?
Seinen Schreibprozess hat er aber nicht verändert oder an neue Lesegewohnheiten durch TikTok und andere Social-Media-Plattformen angepasst. "Meine Kapitel waren schon immer kurz", sagte Sebastian Fitzek. Für ihn entsteht Spannung durch Reduktion, indem die Geschichte "am spätestmöglichen Zeitpunkt beginnt." Er vertritt die Ansicht, dass nicht alles detailliert ausgeschrieben werden muss, sondern dass es gerade im Psychothriller eine Art Ausschnitt durch ein Schlüsselloch gebe. Somit bleibe die Fantasie den Lesern und Leserinnen überlassen.
So geht Fitzek mit Kritik um
Während seine treuen Leser jedes neue Werk verschlingen und in den höchsten Tönen loben, bleibt die Kritik nicht aus. Dessen ist sich auch Sebastian Fitzek bewusst. "Ich probiere, von Mal zu Mal besser zu werden. Ich bin mir völlig im Klaren, dass ich damit nicht jedermanns Geschmack treffen kann."
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