
Für Harry Kane ist die Langeweile an der Spitze der Bundesliga kein Problem. "Ich werde mich nicht beschweren, wenn wir die Liga schon im März oder April gewinnen", sagte der Superstar des FC Bayern. Wenn die Münchner weiterhin so über ihre Gegner hinwegfegen wie beim 5:1 in Leipzig, dürfte es eher der März werden.
Nach der Rekord-Hinrunde ist für die Unbesiegbar-Bayern die früheste Meisterschaft der Geschichte theoretisch möglich. In der Saison 2013/14 war der Kampf um die Schale bereits Ende März nach dem 27. Spieltag entschieden. Die Bayern siegten bei Hertha BSC, hatten 77 Punkte auf dem Konto und waren von Verfolger Dortmund nicht mehr einzuholen.
In diesem Jahr empfängt München am 27. Spieltag Ende März Union Berlin und kann dann ebenfalls auf 77 Punkte kommen. Erster Verfolger ist aktuell Dortmund mit elf Punkten Rückstand.
Neuer auf dem Boden, Bayern schweben
Auf für die Fans sicherlich spannende Statistik-Diskussionen möchte sich Manuel Neuer überhaupt nicht einlassen. "Wir bleiben auf dem Boden, lassen uns nichts einreden", sagte der frühere National-Torwart. Doch der Kantersieg in Leipzig hat einmal mehr offenbart, dass der FC Bayern mitnichten auf dem Boden ist. Er schwebt weit über dem Rest der Liga.
Auch Dank Neuer, der unbeeindruckt von der Diskussion um seine Zukunft, herausragend hielt. "Er ist ein wahres Vorbild, ein Matchwinner. Er hat uns im Spiel gehalten und in einer kritischen Situation gehalten, damit wir in Führung bleiben", lobte Kane. In der 72. Minute hatte Leipzigs Yan Diomande den Ausgleich zum 2:2 auf dem Fuß, doch Neuer riss bei dem Schuss aus sechs Metern aufs kurze Ecke noch rechtzeitig seinen linken Arm nach oben.
Dabei war Leipzig durchaus nah dran, die Bayern zu knacken. Hätten die Sachsen in ihrer furiosen ersten Halbzeit ihre Chancen besser verwertet und mit mehr als nur einem Tor geführt, wäre es durchaus knifflig für den Rekordmeister geworden. So drehten die Gäste das Spiel nach individuellen Fehlern der Leipziger und überrollten den Gegner schlicht.
Rückstand? Kein Problem
Wenn man das Haar in der Suppe suchen möchte, ist man schnell bei den Rückständen. Achtmal gerieten die Bayern in den vergangenen zwölf Pflichtspielen ins Hintertreffen. "Und?", fragte Sportchef Max Eberl. "Wie sind die Spiele ausgegangen?". Verloren haben die Bayern in der Liga nie, lediglich in der Champions League war der FC Arsenal einmal zu stark.
Kommt es darauf an, drehen die Bayern nicht nur fußballerisch auf. In Leipzig lief man in der zweiten Halbzeit laut Eberl "sechs Kilometer mehr als RB". "In Summe sind wir dann halt so stabil und so stark, dass wir die Spiele auch in der Höhe gewinnen können", sagte der 52-Jährige.
Der Plan für Musiala
Die schlechte Nachricht für alle künftigen Gegner: Die Bayern werden durch die Rückkehr diverser Langzeitverletzter nur noch stärker. Alphonso Davies sammelte in Leipzig weitere Minuten, Jamal Musiala feierte nach seinem Wadenbeinbruch ein kurzes Comeback - und bereitete direkt das fünfte Tor vor. Der Plan für den 22-Jährigen laut Eberl: "Im Januar Spaß haben, Minuten und Fitness sammeln und dann in den wichtigen Phasen rauskommen."
Für Torjäger Kane wird gerade das war, was ihm Trainer Vincent Kompany einst angekündigt hatte. "Ich erinnere mich an das erste Telefonat mit ihm, als er den Job bekommen hatte", sagte der englische Nationalspieler. "Er sagte zu mir, wir werden mit jedem Gegner gnadenlos sein."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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