
- Hohe Belastung durch Birkenpollen
- Umweltmedizinerin erklärt: Pollen werden aggressiver dank früherer Vegetation
- Windiges Wetter kann Symptome verschlimmern
Gerade ist die Birke auf ihrem Höhepunkt. Die Deutschlandkarte ist feuerrot. Nahezu im gesamten Land sieht der Deutsche Wetterdienst eine hohe Pollenbelastung durch die Birke, wie aus dem "Pollenflug-Gefahrenindex" auf der Homepage hervorgeht."Momentan blühen deutschlandweit die Birken, deshalb haben wir eine sehr hohe Konzentration", sagt Carola Grundmann von der Human-Biometeorologie des DWD. Diese Phase ziehe sich generell über mehrere Wochen.Viele Allergiker plagen sich mit schniefenden Nasen, geröteten Augen und anderen Beschwerden. Betroffenen kommt es so vor, als ob die Pollenbelastung stärker geworden sei. Stimmt das?
Starke Allergie-Symptome: Werden Pollen immer aggressiver?
Claudia Traidl-Hoffmann, Umweltmedizinerin am Uniklinikum Augsburg beobachtet generell eine immer höhere Zahl von Menschen mit Allergien. "Das hat mindestens zwei Gründe. Erstens, die Umwelt wird allergener, das heißt, die Pollen werden aggressiver, es sind mehr Pollen da. Und gleichzeitig werden wir als Menschen empfindlicher für die Entwicklung von Allergien." Das liege auch an der Umwelt, an Schadstoffen, die unsere Schleimhäute, unsere Haut undicht machten. "Und erst durch die undichte Haut kommen wir in Kontakt mit diesen ganzen Allergenen und dann entsteht die Allergie."
Pollensaison aktuell: Dieses Wetter verbessert Beschwerden
Diese könnten auf etwas Regen hoffen - so werde eine schwache Front erwartet, die in der Nacht zu Freitag und am Freitag recht schnell von West nach Ost über Deutschland hinwegziehe, sagt Grundmann. "Sie bringt vor allem in der Nordhälfte vorübergehend und örtlich begrenzt Entspannung für die Pollenallergiker aufgrund der Niederschläge."
Negativ würde sich dagegen Wind auswirken. Dieser könne vor allem den Ferntransport aus anderen Regionen beflügeln. "In den nächsten Tagen kann sich Ostwind einstellen, dann können Birkenpollen von Polen zu uns transportiert werden."
Keine Entwarnung: Pollen haben Hochkonjunktur
Aber nicht nur die Birke, auch die Esche macht laut DWD in einigen Regionen Deutschlands den Allergikerinnen und Allergikern zu schaffen. Während die Esche im Südwesten und in Westdeutschland ihren Höhepunkt bereits überschritten habe, liege das Maximum nun etwa im Nordosten, also in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, sagt die Meteorologin. Auch nach Birke und Esche sei zunächst keine Entwarnung für die Allergiker in Sicht. "Dann kommen die Gräser, die stehen schon in den Startlöchern", sagt Grundmann.
Drohen extreme Pollenjahre?
Man könne auf jeden Fall sagen, dass sich die Phasen veränderten: "Aufgrund des Klimawandels beginnt die Vegetationsperiode früher und die Blühphasen können sich verlängern." Die Erle etwa könne vereinzelt schon im Dezember blühen.
Auch Umweltmedizinerin Traidl-Hoffmann beobachtet Veränderungen: "Das ist schon dramatisch, wie stark sich der Pollenflug verstärkt hat, welche neuen Pollen wir haben und wie viele neue Allergikerinnen und Allergiker wir haben."
Wichtig sei, sich etwa im Internet gut darüber zu informieren, wie viele Pollen gerade fliegen, welche Pollenarten es sind und zu welcher Zeit sie fliegen. "Einige Pollen fliegen gerade nachts. Deswegen ist es dann sinnvoller, dass ich nicht gerade nachts das Fenster aufhabe, sondern vielleicht morgens."
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