
Der britische Popstar Ed Sheeran (35) ist derzeit mit seiner "Loop"-Tour in den USA unterwegs, doch ein Konflikt rund um propalästinensische Äußerungen von US-Rapper Macklemore (43) im Vorprogramm hat nun ziemlich viel durcheinandergewirbelt.
Was war der Auslöser des Konflikts?
Anfang des Monats stand Macklemore bei zwei Konzerten in East Rutherford nahe der Millionenmetropole New York vor Sheeran auf der Bühne. Macklemore - mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty - äußert sich seit Jahren propalästinensisch und nutzte auch diesen Auftritt dafür, seine Solidarität mit den Palästinensern deutlich zu machen.
"Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine", sagte Macklemore beim ersten Konzert, wie aus Videoclips hervorgeht, die er selbst auf Instagram veröffentlichte. "Ich möchte, dass diese Worte laut und deutlich zu hören sind, damit die Menschen von Gaza bis ins besetzte Westjordanland wissen, dass wir sie nicht vergessen haben."
Beim nächsten Konzert sagte er: "An alle meine jüdischen Brüder und Schwestern: Kritik an Israel, Kritik an der Apartheid, die Ablehnung von Völkermord - das ist in keiner Weise eine Kritik an euch. Meine Botschaft gilt dem Frieden; der Liebe dafür, dass alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden."
Was passierte dann?
Mehrere jüdische Organisationen riefen Sheeran daraufhin dazu auf, Macklemore auf der Tour nicht weiter auftreten zu lassen. "Meinungsfreiheit bedeutet nicht Freiheit von Verantwortung. Deine Show. Deine Bühne. Deine Verantwortung", hieß es beispielsweise in einer Petition des Israeli-American Council.
Wenige Tage später teilte Macklemore mit, dass "Sheeran und sein Team" ihn aus der Tour gestrichen hätten. Sheeran wies kurz darauf die Verantwortung für den Rauswurf zurück und betonte, dass sei die Entscheidung des Tourveranstalters gewesen, nicht seine. Er selbst habe in den vergangenen Tagen ausgiebig unter anderem mit Vertretern der Veranstaltungsorte, dem Tourveranstalter und "Aktivisten auf beiden Seiten" gesprochen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, aber ohne Erfolg, so Sheeran.
Währenddessen verließen aus Solidarität mit Macklemore auch vier weitere Bands und Künstler aus dem Vorprogramm die Tour: Aaron Rowe, Lukas Graham, die Band Beoga und Finneas O'Connell, auch bekannt als enger Wegbegleiter seiner Schwester Billie Eilish. "Künstler dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie ihre Stimme für Unterdrückte erheben", begründete O'Connell seinen Rückzug.
Wer mischte noch mit?
An prominentester Stelle vor allem Robert Kraft. Der US-Milliardär besitzt unter anderem ein Stadion im US-Bundesstaat Massachusetts nahe der Metropole Boston, in dem Sheeran im Rahmen der "Loop"-Tour Ende des Monats zweimal auftreten soll. Kraft ist jüdisch - und war hinter den Kulissen wohl maßgeblich mit für den Ausschluss von Macklemore aus dem weiteren Tour-Vorprogramm verantwortlich.
Als Macklemore nach dem Ausschluss bekanntgab, dass er Tour-Einnahmen in Höhe von rund einer Million US-Dollar an Palästinenser spenden wolle, forderte er auch Kraft zu einer Spende auf. Kraft und Sheeran kündigten daraufhin ihrerseits eine Spende an, um der humanitären Krise in der Region zu begegnen. Kraft teilte mit, dass ihn Sheeran zuvor selbst kontaktiert und gebeten habe, sich mit zwei Millionen US-Dollar an dessen Spende gegen die humanitäre Krise in der Region zu beteiligen.
Was ist die Sichtweise von Sheeran?
Er respektiere es, dass Macklemore sich laut für das stark mache, woran er glaube, schrieb Sheeran bei Instagram. Er selbst habe aber für sich entschieden, seine Auftritte nicht für politische Meinungsäußerungen zu nutzen - vor allem, weil unter seinen Zuschauern viele jungen Menschen, darunter auch Kinder, von überall her seien, und er für diese einen "Ort der Sicherheit und Zuflucht" schaffen wolle. "Wenn wir uns nur darauf konzentrieren, wer am lautesten schreit, wird sich nie etwas ändern."
Auch er sei "entsetzt" über den Nahost-Konflikt und das Leid auf beiden Seiten, schrieb Sheeran weiter. "Ich habe meine persönliche Meinung zu diesem verheerenden Konflikt. Nur weil ich mich dazu nicht öffentlich äußere, heißt es nicht, dass ich diese nicht habe, und es heißt auch nicht, dass es mir egal ist."
Wie äußern sich andere Prominente?
Zahlreiche Stars ließen Herzchen unter den Instagram-Posts von Macklemore. "Volle Solidarität und free Palestine", kommentierte etwa die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die für ihre propalästinensische Haltung bekannt ist. "Das sehr aktive Schweigen von Künstlern angesichts von Ungerechtigkeit und Völkermord wird nicht vergessen werden."
Macklemore wird auch immer wieder vorgeworfen, in Auftritten und Liedtexten antisemitische Stereotype zu bedienen, was der Künstler bestreitet. Eine heftige Debatte hatte ein Macklemore-Auftritt auch in Deutschland im Sommer 2025 ausgelöst, nachdem er als Headliner auf dem Deichbrand-Festival in Niedersachsen angekündigt worden war. Letztlich stand Macklemore auf der Bühne - und warf Israel erneut Völkermord vor.
Was könnte das für Ed Sheeran bedeuten?
Das ist noch völlig unklar. Werden seine Fans sich auf seine Seite stellen und den "Shape of You"-Sänger weiter unterstützen? Wird Sheeran sich nochmal zu der Sache äußern? Und wie wird nun der Rest seiner Tour ablaufen? Erste Antworten auf all diese Fragen dürfte es am Wochenende geben, denn da steht das nächste Konzert auf dem Programm, am Samstagabend (Ortszeit) in Philadelphia.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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