
- Nach bis zu 41,7 Grad ziehen jetzt teils schwere Unwetter über Deutschland
- Der DWD warnt vor Starkregen, Hagel und Sturmböen bis Windstärke 10
- Innerhalb weniger Tage sinken die Temperaturen regional um bis zu 20 Grad
Zwar ist die extreme Hitze in Deutschland vorbei, doch die Abkühlung kommt mit heftigen Unwettern. Nach einem Wochenende mit historischen Temperaturrekorden greift am Montag (29.06.2026) eine Kaltfront von Nordwesten auf das Land über. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor teils schweren Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Besonders betroffen ist die Südosthälfte Deutschlands. Dort drohen Niederschlagsmengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit sowie schwere Sturmböen.
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Extreme Hitzewelle: Drei Temperaturrekorde in nur drei Tagen
Das vergangene Wochenende schrieb Wettergeschichte in Deutschland. Am Sonntagnachmittag kletterte das Thermometer in Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree auf 41,7 Grad – ein neuer vorläufiger Höchstwert. Die Messstation liegt direkt an der polnischen Grenze. Bereits am Freitag hatte der DWD in Saarbrücken-Burbach 41,3 Grad registriert, am Samstag dann 41,4 Grad an derselben Station. Noch am selben Tag wurde dieser Wert in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,5 Grad übertroffen. Der bisherige deutsche Hitzerekord von 41,2 Grad aus dem Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen hatte damit nur sieben Jahre Bestand. Die darauffolgende Nacht brach ebenfalls alle Rekorde: Im ostsächsischen Kubschütz fiel die Temperatur nicht unter 29,4 Grad. Der alte Bestwert für die wärmste Nacht – 27,2 Grad vom August 2003 – wurde damit um mehr als zwei Grad übertroffen.
Kaltfront bringt Unwetter mit extremem Starkregen
Eine Kaltfront eines Tiefs bei Island sorgt für den Wetterumschwung. Die heftigsten Gewitter erwartet Diplom-Meteorologe Dominik Jung in der Südosthälfte Deutschlands – von Thüringen, Sachsen und Brandenburg über Bayern bis nach Baden-Württemberg. Der DWD warnt vor Starkregen mit 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter, regional auch heftigem Starkregen um 30 Liter in einer Stunde. Lokal sind sogar extreme Unwetter mit über 40 Litern pro Quadratmeter möglich. Hinzu kommen Sturmböen bis Windstärke 8 bis 9 mit Geschwindigkeiten bis 85 Kilometer pro Stunde, vereinzelt sogar schwere Sturmböen der Stärke 10. Auch größere Hagelkörner sind nicht ausgeschlossen.
Im Nordwesten bleibt es dagegen vergleichsweise ruhig. Vom Niederrhein bis Schleswig-Holstein werden nur vereinzelte Schauer erwartet. In der Nacht zum Dienstag lässt die Unwettergefahr allmählich nach.
Temperatursturz von 20 Grad belastet den Kreislauf
Die Abkühlung fällt drastisch aus: Statt über 40 Grad am Wochenende erreichen die Höchstwerte heute nur noch 25 bis 29 Grad. Im Norden werden etwa 26 Grad erwartet, im Westen 27 Grad, im Süden und Osten bis zu 29 Grad.
Besonders in den Nächten macht sich der Temperatursturz bemerkbar. "In den Mittelgebirgen stürzen die Temperaturen auf nur noch 9 bis 12 Grad. Im Vergleich zum Hitzehöhepunkt am Wochenende ist das ein Temperatursturz von 20 Grad. So etwas kann auch unserem Kreislauf zu schaffen machen", warnt Klimatologe Dr. Karsten Brandt gegenüber "Bild". Im Nordwesten sinken die nächtlichen Temperaturen auf 10 bis 15 Grad. Im Südosten bleibt bis zum Abend noch eine hohe Wärmebelastung bestehen.
Sommerliche Ruhe kündigt sich an
Am Dienstag (30.06.2026) können im Süden und in der Mitte Deutschlands noch einmal kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial auftreten. Die Temperaturen liegen dann bei 21 bis 30 Grad, im Südwesten lokal bis 32 Grad. Ab Mittwoch (01.07.2026) beruhigt sich das Wetter deutlich. Dr. Karsten Brandt beschreibt den Tag als "den ersten ruhigen Tag nach den Unwettern". Die Höchstwerte erreichen dann 21 bis 28 Grad, am wärmsten wird es am Oberrhein. Für den Rest der Woche prognostiziert der DWD keine markanten Wettererscheinungen mehr. Am Donnerstag und Freitag bleiben die Temperaturen bei angenehmen 20 bis 29 Grad. Der Sommer geht also weiter – nur ohne die extreme Hitze der vergangenen Tage.
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