
Angesichts des Klimawandels, häufigeren Trockenperioden und knapper werdender Grundwasservorkommen fordert der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) strengere Regeln zur Wasserentnahme. "Genehmigungsfreie Nutzungen müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden", sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dazu gehörte auch die private Nutzung.
"Sauberes Wasser jederzeit, überall und zu fairen Preisen ist in unserem Land keine Kür, sondern Pflicht", ergänzte er. Damit das so bleibe, müsse Transparenz in der Frage geschaffen werden, wer wann und in welchem Umfang auf die Wasserressourcen zugreift.
Der Druck auf die Grundwasserressourcen wachse mit dem Klimawandel, begründete der Verband seine Forderung. Bei allen Entnahmemengen brauche es die gleiche Transparenz wie bei den kommunalen Wasserversorgern. "Dazu sollte endlich das digitale Wasserbuch in allen Bundesländern konsequent umgesetzt werden", so ein Sprecher. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Register, in dem wasserrechtliche Genehmigungen, Wasserentnahmen, Einleitungen und Schutzgebiete zentral dokumentiert und verwaltet werden.
Bisher müssen lediglich kommunale Wasserversorger und wirtschaftliche Unternehmen Wasserentnahmen genehmigen lassen. Zu den genehmigungsfreien Nutzungen gehören unter anderem die Bewässerung des Gartens oder die Wassernutzung für den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, einschließlich Tränken von Vieh außerhalb des Hofes.
Im Fall von Nutzungskonkurrenzen fordert der VKU zudem eine Priorisierung: "Die öffentliche Wasserversorgung muss an erster Stelle stehen", so Specht. "Zudem brauchen unsere Wasserressourcen endlich einen besseren Schutz vor Verschmutzungen durch Nitrat, Pestizide und weitere Schadstoffe."
Ist Wassersparen bei Einschränkungen selbstverständlich?
Der Verband gab eine repräsentative Civey-Umfrage in Auftrag: 64 Prozent der Befragten gaben an, im Alltag häufig bewusst mit Wasser umzugehen, sei es beim Duschen oder Zähneputzen, im Haushalt oder Garten. Nur 17 Prozent tun dies selten oder nie, berichtet die Zeitung. Befragt wurden 5.000 Menschen vom 24. bis 26. Juni.
Auf die Frage, ob man selbst Empfehlungen zum Wassersparen von Behörden befolgen würde, antworteten 35 Prozent, dies "sehr wahrscheinlich" zu tun, 29 Prozent würden das "eher wahrscheinlich" tun. Rund ein Drittel aber nicht: 16 Prozent gaben an, sich nicht sicher zu sein, während es bei 8 Prozent "eher unwahrscheinlich" und bei 11 Prozent "sehr unwahrscheinlich" wäre.
Bei der Frage, wer im Falle einer Wasserknappheit zuerst den Verbrauch einschränken sollte, plädierten 60 Prozent für eine gleichmäßige Verantwortung aller Sektoren. 16 Prozent der Befragten sehen jeweils die Haushalte oder die Industrie in der alleinigen Verantwortung, bei der Landwirtschaft sind es drei Prozent.
"Die Umfrage zeigt: Die Menschen sind bereit, ihren Teil zu leisten, aber sie erwarten, dass auch Industrie und Landwirtschaft in die Pflicht genommen werden", sagte Specht. Nutzungseinschränkungen bei Dürre können schon heute die zuständige untere Wasserbehörde (Landkreis/kreisfreie Stadt) anordnen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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