
Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat im vergangenen Jahr in Deutschland 737 Hunde und Katzen erfasst, die Opfer von illegalem Handel geworden sind. 81 Fälle habe man durch Medienberichte, ein Meldetool und Fälle, in denen die Organisation selbst tätig geworden sei, registriert, teilte eine Sprecherin mit. Die Zahlen bewegten sich damit ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2023 (848 Tiere in 83 Fällen), für 2024 lag keine Bilanz vor.
"Unsere Zählungen zeigen klar: Der illegale Welpenhandel ist weiter ein massives Problem", sagte die Expertin der Tierschutzorganisation für illegalen Welpenhandel, Birgitt Thiesmann. "Dabei sind die sichergestellten Hunde- und Katzenwelpen nur die Spitze des Eisbergs." Die Organisation geht bei den gemeldeten Fällen von vielen Zufallsfunden und einer hohen Dunkelziffer aus. Allerdings sind die Zahlen sehr viel niedriger als zu Zeiten der Corona-Pandemie: Im Jahr 2021 wurden 1.839 Tiere in 211 Fällen gemeldet.
Wo illegaler Tierhandel besonders oft entdeckt wird
Anteilig besonders viele Fälle wurden demnach in Bayern erfasst: Mit 33 Fällen und 183 Tieren wurden 41 Prozent der Vorfälle aus dem Freistaat gemeldet. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen (148 Tiere in 10 Fällen) und Baden-Württemberg (42 Tiere in 9 Fällen).
Dass aus Bayern besonders viele Fälle von illegalem Welpenhandel gemeldet wurden, hat laut "Vier Pfoten" vor allem geografische Gründe: Das Bundesland hat eine direkte Grenze zu Tschechien und bietet Händlern eine viel genutzte Route aus Rumänien, Ungarn, Moldau, Bulgarien oder Tschechien. Zudem seien Polizisten an bayerischen Grenzübergängen durch die Tierschützer mit Blick auf illegalen Welpenhandel geschult worden.
Pudel auffällig oft Opfer von illegalen Händlern
Der Auswertung zufolge sollten 86 Prozent der 2025 illegal nach Deutschland gebrachten Hunde- und Katzenwelpen auch hierzulande verkauft werden. Andere Hauptziele waren demnach Belgien und Frankreich. Auffallend häufig seien Pudel oder Pudelmischlinge Opfer illegaler Händler und Züchter geworden. "Als vermeintlich leicht zu erziehende, allergikerfreundliche und nicht haarende Rasse" gebe es für die Tiere auf dem illegalen Markt viele Abnehmer, sagte Thiesmann.
Illegal nach Deutschland gebrachte Tiere waren oft nicht ausreichend geimpft oder zu jung für den Transport. In vielen Fällen hatten die Händler zudem nicht die nötigen Dokumente wie einen EU-Heimtierausweis dabei. Die jüngsten in Bayern aufgegriffenen Welpen 2025 waren laut "Vier Pfoten" gerade einmal drei Wochen alt. Die Tiere trügen "in vielen Fällen ihr Leben lang körperliche oder seelische Folgen davon – sollten sie die Tortur überhaupt überleben", sagte Expertin Thiesmann.
Wie die EU den illegalen Tierhandel erschweren will
Um den illegalen Handel mit Hunden und Katzen einzudämmen und den Schutz der Tiere zu verbessern, hatten sich Unterhändler von Europaparlament und EU-Staaten im vergangenen Jahr unter anderem darauf geeinigt, dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen durch einen Mikrochip identifizierbar sein müssen. Wenn die Regelung in Kraft trete, werde den illegalen Händlern das Geschäft deutlich erschwert, teilte die Tierschutzorganisation mit. "Bis dahin erwarten wir von der Bundesregierung, dass sie mit gutem Beispiel vorangeht."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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