
Der ganz große Wurf blieb den Handballern der Füchse Berlin erneut verwehrt. Doch inmitten der Enttäuschung formulierten die Berliner bereits die Kampfansage für den nächsten Anlauf auf Europas Thron. "Natürlich tut es mega weh jetzt. Aber wir kommen definitiv zurück", kündigte Trainer Nicolej Krickau nach der 34:37 (16:20)-Finalniederlage gegen den Rekordsieger FC Barcelona in der Champions League an.
Auch Welthandballer Mathias Gidsel, nach einer zunächst blassen Phase vor der Rekordkulisse von 20.122 Zuschauern in der Kölner Arena mit neun Treffern bester Berliner Werfer, zeigte sich trotz der erneuten Silbermedaille um seinen Hals kämpferisch. "Wie macht man den letzten Schritt? Das weiß ich nicht. Für mich müssen wir immer zurückkommen. Wenn wir vier-, fünf-, sechsmal zurückkommen, hoffe ich, dass es einmal klappt", so der dänische Torjäger.
Barça nach Sieg gegen Erzrivalen eine Nummer zu groß
Vor allem den zweiten Finaleinzug in Serie wertete Gidsel als Erfolg. "Wir haben eine unfassbare Leistung gegen den für mich größten Favoriten gezeigt", betonte der nach dem Final Four als bester Torschütze ausgezeichnete 27-Jährige mit Blick auf den 40:35-Halbfinalerfolg gegen Meister SC Magdeburg am Samstag - der erste Sieg der Saison gegen den Erzrivalen. Im Vorjahr waren die Berliner den Elbestädtern im rein deutschen Finale unterlegen.
Auch im diesjährigen Endspiel untermauerten die Berliner ihre Entwicklung und ihre Rolle in der europäischen Spitze. Nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand kamen sie noch einmal auf zwei Treffer an die favorisierten Spanier heran. Barça nutzte seine Chancen aber insgesamt konsequenter und hatte in Torhüter Emil Nielsen einen bärenstarken Rückhalt auf dem Weg zum 13. Champions-League-Titel.
Abschied und Zuversicht bei Krickau
Trotz der erneuten Endspielniederlage prägten die positiven Aspekte das Fazit von Füchse-Coach Krickau, der in der Hauptstadt nach dem Doppelrauswurf von Sportvorstand Stefan Kretzschmar und Meistertrainer Jaron Siewert im September übernommen hatte. "Für uns war die Saison ein Erfolg", bilanzierte der Däne und verwies neben dem Erreichen des Champions-League-Finals auf den DHB-Pokalsieg und die Vizemeisterschaft in der Bundesliga.
Dennoch blieb beim Dänen neben dem verpassten ersten Königsklassen-Titel der Vereinsgeschichte auch aus einem anderen Grund Wehmut zum Saisonende. "Wir sind traurig, auch für die Leute, die uns verlassen werden. Aber wir bleiben hungrig und wollen wieder nach Köln", betonte Krickau mit Blick auf Torhüter Dejan Milosavljev, Lasse Andersson und Lukas Herburger, die jeweils das letzte Spiel im Trikot der Füchse bestritten.
"Riesige Lücke" nach Andersson-Abschied
Besonders emotional wurde Krickau mit Blick auf den Abschied seines Landsmanns Andersson. Der Rückraumspieler hinterlasse "eine riesige Lücke". Seine Bedeutung gehe weit über das Spielfeld hinaus. "Lasse hat mir in meiner ersten Saison fantastisch geholfen. Was er in sechs Jahren für diesen Verein geleistet hat, ist Wahnsinn", betonte der Trainer. Die Tür bei den Füchsen werde für ihn immer offen stehen.
Andersson verabschiedete sich mit sieben Toren und Lob für sein Team. "Wir haben gezeigt, dass wir eine Mannschaft mit viel Charakter sind", sagte der Däne, der nach sechs Jahren in seine Heimat zurückkehrt. "Es ist schade, dass wir zwei Finals hintereinander verloren haben, aber man kann auch sehen, dass wir zweimal in Folge im Endspiel standen. Das hätte ich vor sechs Jahren nicht gedacht. Ich bin mir sicher, dass die Füchse viele gute Jahre haben werden."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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