
Nationaltrainer kommen und gehen. Hervé Renard kommt immer wieder zurück. 2018 trainierte er Marokko, vier Jahre später Saudi-Arabien und jetzt Tunesien: Kaum ein Trainer ist bei Weltmeisterschaften so viel zwischen den Nationen hin- und hergewandert wie der Franzose. Für den 57-Jährigen beginnt das Turnier in Nordamerika allerdings mit über einer Woche Verspätung.
Nach der 1:5-Auftaktniederlage gegen Schweden und der anschließenden Entlassung von Sabri Lamouchi übernahm Renard die Tunesier mitten im laufenden Wettbewerb. "Internationaler Feuerwehrmann", titelten einige Medien mit Blick auf den Brandherd in den Reihen der Nordafrikaner, den der Franzose nun löschen muss.
"Als man mich kontaktiert hat, habe ich keine Sekunde gezögert. Es bleiben zwei Spiele. Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung. Es ist eine Herausforderung, die nicht einfach ist, aber motivierend", berichtete Renard vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Japan am Sonntag (6.00 Uhr/MagentaTV).
Renard am Flughafen belagert wie ein Popstar
Der Franzose übernimmt eine Mannschaft, die seit Jahrzehnten auf einen historischen Durchbruch wartet. 2022 reichte selbst ein Sieg gegen den späteren Finalisten Frankreich nicht zum Weiterkommen. Da diesmal auch die acht besten Gruppendritten weiterkommen, ist die Chance so groß wie nie. "Wir sind bereit und wollen Geschichte schreiben und haben eine Siegermentalität", hatte Abwehrspieler Montassar Talbi vor Turnierstart großspurig verkündet.
Renard soll diesen Traum nun retten. Wie man große Spiele gewinnt, weiß er. Mit Saudi-Arabien gelang ihm vor vier Jahren mit einem 2:1 über den späteren Weltmeister Argentinien die WM-Sensation. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie den Kopf hochhalten müssen – ihr seid hier, um euer Land zu vertreten. Wir müssen solidarisch bleiben und als Team auftreten", erklärte Renard.
Chaos im Verband: "Bringen wir die Dinge wieder ins Lot"
Bei seiner Ankunft am Flughafen von Monterrey wurde der 57-Jährige von den Medien belagert wie ein Popstar. Renard hatte gerade sein Gepäck durch den Sicherheitsscanner geschoben, da setzte man ihm schon eine rote Chechia auf - eine typisch tunesische Kopfbedeckung. Seinen Weg in den Bus musste sich der Hoffnungsträger regelrecht erkämpfen.
Bei den Spielern angekommen, hielt er eine über dreiminütige Motivationsrede:
"Es gibt Leute, die extra hierhergekommen sind. Wisst ihr, wie viel sie ausgegeben haben, um euch zu unterstützen? Ihr habt das Glück, hier zu sein, also los, Jungs, zweites Spiel – jetzt bringen wir die Dinge wieder ins Lot", sagte Renard, bevor er seine Rede mit einem Schlag auf den Tisch beendete.
Tunesien-Stürmer: "Wir haben keine Probleme"
Seine größte Herausforderung dürfte sein, den Verband zu einen. Informationen der dpa decken sich mit einem Bericht der l'Équipe, wonach interne Konflikte und Spaltungen zwischen Spielergruppen eine extrem angespannte Atmosphäre geschaffen haben sollen. Die Probleme dürften sich mit einer Niederlage weiter verschärfen.
Offensivspieler Hazem Mastouri wies die Gerüchte zurück und betonte den Zusammenhalt im Team. "Wir haben keine Probleme innerhalb der Gruppe. Jeder weiß, dass Fehler gemacht wurden, und jeder übernimmt seinen Teil der Verantwortung", sagte der Angreifer.
Durchbruch als Trainer in Afrika
Renards aktive Karriere verlief alles andere als geradlinig. Als Spieler schaffte er es nie in die höchste französische Liga. Später schuftete er zeitweise als Putzkraft. Erst als Trainer machte er sich im Fußball einen Namen – zunächst in Afrika. Mit Sambia gewann er 2012 überraschend den Afrika-Cup, drei Jahre später wiederholte er den Triumph mit der Elfenbeinküste.
Mit Blick auf die Diskussion um seine französische Herkunft als Trainer der tunesischen Nationalmannschaft betonte Renard, dass nicht Nationalität oder Pass entscheidend seien, sondern Persönlichkeit, fachliche Kompetenz sowie die Fähigkeit, einer Mannschaft Hoffnung zu vermitteln.
474389
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Auch interessant::
- Nächste Fußball-Sendungen im TV
- Fußball-WM: "Rennt, rennt, rennt": Haitis Plan für Brasilien-Hit
- Fußball-WM: Liebe geht weiter: Boston und Glasgow planen Partnerschaft
- Fußball-WM: Für Vater im Rollstuhl: Deutscher läuft 335 Kilometer zur WM
- Bundesliga-Transferticker aktuell: Leverkusen holt Talent Moreira
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Jena vs. Würzburg Baskets im Livestream: Fan-Infos zum BBL-Spiel Science City Jena vs. Fitness First Würzburg Baskets05.04.2026 - 2
Fußball-WM: Kimmich ohne Kanzlernummer: "Kein intimes Gespräch"16.06.2026 - 3
HSBC Championships: Aleksandar Vukic überwältigt James Duckworth13.06.2026 - 4
Meghan Markle: Sie strahlt über das ganze Gesicht - Herzogin Meghan im Baby-Glück13.06.2026 - 5
Berlin: Auto fängt in Tiefgarage Feuer13.06.2026
Ähnliche Artikel
Portugal - Kroatien bei WM 2026: Enge Partie - Portugal siegt03.07.2026
Wimbledon: Alexander Bublik bezwingt Kyrian Jacquet03.07.2026
Wimbledon: Jakub Mensik verliert gegen Grigor Dimitrov03.07.2026
Wimbledon: Patrick Kypson verliert gegen Taylor Fritz03.07.2026
Wimbledon: Matteo Berrettini bezwingt Arthur Fils03.07.2026
Wimbledon: Flavio Cobolli überwältigt James Duckworth03.07.2026
Wimbledon: Alexander Zverev siegt gegen Valentin Royer03.07.2026
Fußball-WM: Nach WM-Aus: Alaba lässt Zukunft in Nationalmannschaft offen03.07.2026
Polizei: Polizist schießt bei Einsatz – Mann in kritischem Zustand03.07.2026
Hitzewelle: Temperatur in New Yorker Central Park klettert auf 14-Jahres-Hoch03.07.2026
Fußball-WM: Rassismus? Belgiens Trainer erklärt sich nach WM-Interview02.07.2026
Fußball-WM: Ägypten bangt um Salahs Startelf-Einsatz gegen Australien02.07.2026
Fußball-WM: Wieder ohne Gegentor: Spaniens Simon knackt ewigen WM-Rekord02.07.2026
Spanien - Österreich bei WM 2026: Oyarzabal und Porro treffen für Spanien (3 - 0)02.07.2026
Fußball News: Kap-Verde-Trikot für Messi: Auch der Staatschef ist stolz02.07.2026
Wimbledon: Carreno Busta/Jaume wird dominiert von Andreozzi/Guinard02.07.2026
Wimbledon: Leolia Jeanjean dominiert das Spiel gegen Daria Snigur02.07.2026
Wimbledon: Oksana Selekhmeteva überwältigt Emma Navarro02.07.2026
Wimbledon: Marta Kostyuk überwältigt Anna Blinkova02.07.2026
Wimbledon: Madison Keys erringt einen klaren Sieg über Katie Swan02.07.2026






















