
Die Geste des Weltfußballers war eindeutig und eine klare Antwort auf die Kritik aus der Heimat. Bereits nach dem zweiten Treffer an seinem Drei-Tore-Abend gegen Norwegen drehte sich Ousmane Dembélé in Richtung Publikum und öffnete immer wieder demonstrativ seine Handfläche. So, als wolle er sagen: "Bla, bla, bla. Redet nur". Kritiker, die ihm zuletzt seine anhaltende Torflaute in der Équipe Tricolore vorgeworfen hatten, ließ der französische Superstürmer innerhalb von 32 Minuten verstummen.
Gegen den Irak hatte Dembélé den Bann bereits mit einem Treffer gebrochen, beim 4:1 gegen Norwegen legte er einen Dreierpack nach. Hält der Offensivstar dieses Tempo, könnte ausgerechnet Deutschland in einem möglichen Achtelfinale zum leidtragenden Opfer des Champions-League-Siegers von Paris Saint-Germain werden. Dass der Angreifer selbst nach seinem Gala-Abend nicht zufrieden war, dürfte die kommenden Gegner umso stärker alarmieren.
"Meine Leistung war gut, aber mir gefielen die Spiele gegen Senegal und Irak besser. Da war ich deutlich einflussreicher. Ich muss konzentriert bleiben, es kommen wichtige Dinge", kündigte Dembélé an. Drei Treffer als nicht einflussreich genug abzutun, verdeutlicht den Anspruch des 29-Jährigen.
Dembélé: "Was kommt, wird noch wichtiger"
Pünktlich zur WM präsentiert sich der Franzose so treffsicher wie noch nie im Nationaltrikot. Seit seinem Debüt 2016 erzielte der Ballon-d'Or-Gewinner elf Treffer für Les Bleus - vier davon bei diesem Turnier. "Wir bleiben konzentriert, denn was kommt, wird noch wichtiger sein", appellierte Dembélé an seine Teamkollegen.
Zunächst kommt am Dienstag (23.00 Uhr/MESZ) erst einmal Schweden. Deutschland könnte in einem möglichen Achtelfinale am 4. Juli in Philadelphia der erste richtige Prüfstein auf dem Weg zum angestrebten dritten WM-Titel werden.
Verwandlung noch nicht abgeschlossen
Innerhalb der Gruppenphase hat der 29-Jährige seine Bilanz bei großen Turnieren komplett auf den Kopf gestellt. Laut dem Datenanbieter Opta war der Stürmer zwischen 2018 und 2024 bei Welt- und Europameisterschaften nur alle 499 Minuten an einem Tor beteiligt. Bei der WM 2026 kommt er nach drei Spielen auf eine Torbeteiligung alle 43 Minuten. Dembélé sprach anschließend von einem "einzigartigen Moment".
Assistenztrainer Guy Stéphan, der den wegen des Todes seiner Mutter abgereisten Didier Deschamps vertrat, lobte zwar die Leistung seines Schützlings. "Aber ich habe auch ein paar Nachlässigkeiten gesehen, die wir angehen müssen", berichtete Deschamps' rechte Hand. Dass auch der Trainerstab nach der Tore-Show noch Verbesserungspotenzial sieht, dürfte die Konkurrenz zusätzlich beunruhigen.
Deschamps: "Man wünscht sich, dass er..."
Schon lange wünschen sich die französischen Fans, dass Dembélé im Nationaltrikot den gleichen Einfluss entwickelt wie auf Vereinsebene. Für Paris Saint-Germain erzielte der 29-Jährige bislang 61 Tore, hatte maßgeblichen Anteil an drei Meistertiteln sowie dem Triumph in der Königsklasse Ende Mai
"Man wünscht sich, dass er für die Nationalmannschaft genauso gut und genauso regelmäßig spielentscheidend ist wie bei PSG", hatte Deschamps zuletzt gesagt. Frankreichs Weltmeister von 1998, Bixente Lizarazu, forderte in der "L'Équipe" sogar: "Wir müssen Soldat Dembélé retten".
Mit seiner Gala im Kampf um den Gruppensieg hat sich Dembélé selbst gerettet und die Grande Nation atmet auf. Die Presse feiert, die Fans träumen. Teamkollege Kylian Mbappé, der Dembélé gegen Norwegen zwei Treffer auflegte, hatte schon nach dessen erlösendem Treffer gegen den Irak erklärt: "Wir alle wollten, dass Ousmane endlich wieder trifft. Wir mussten ihn freischalten. Er ist einfach zu wichtig für uns."
Nun ist Dembélé nicht nur freigeschaltet, sondern regelrecht explodiert – und als Letzter des Weltklasse-Trios mit Mbappé und Bayern-Profi Michael Olise endgültig im Turnier angekommen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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