
Der deutsche Tennisstar Alexander Zverev ist jetzt der große Titelfavorit bei den French Open. Nach dem dramatischen Zweitrunden-Aus des Italieners Jannik Sinner und dem verletzungsbedingten Startverzicht des Spaniers Carlos Alcaraz ist der Weg für den Hamburger zum ersten Grand-Slam-Turniersieg bereitet. Aber kann er ihn auch bis zum Ende gehen? Und wer sind jetzt seine größten Konkurrenten?
Novak Djokovic (39)
Den Serben darf man allein schon wegen seiner immensen Erfahrung und großen Klasse nie abschreiben. Und auch an der Motivation mangelt es Djokovic nicht: Er macht in Paris Jagd auf seinen 25. Grand-Slam-Sieg, mit dem er zum alleinigen Rekordhalter im Tennis aufsteigen würde. Aktuell teilt er sich die Bestmarke mit der Australierin Margaret Court.
Auf der anderen Seite ist die Hitzewelle in Paris für den Mann, der kurz vor Turnierstart 39 Jahre alt geworden ist, eine Herausforderung. Und auch der Belag Sand ist nicht sein liebster, zumal seine Vorbereitung in der Sandplatzsaison aufgrund körperlicher Probleme problematisch war. "Vor dem Turnier habe ich mir schon ein bisschen Sorgen gemacht um meinen Freund", sagte sein Ex-Trainer Boris Becker: "Aber wenn es einer kann bei Grand Slams, dann ist es immer wieder Djokovic."
Rafael Jódar (19)
Den spanischen Jungstar kannten bis vor ein paar Wochen nur Insider, jetzt ist er plötzlich ein Geheimfavorit auf den French-Open-Sieg. Bei den Masters-1000-Turnieren auf Sand in Madrid und Rom kam der Teenager jeweils ins Viertelfinale, bei den ersten zwei Matches in Roland Garros überzeugte er ebenfalls. Schon allein wegen desselben Vornamens drängt sich die Frage auf: Hat das spanische Tennis einen neuen Rafael Nadal?
Anders als der Sandplatz-König ist Jódar kein Defensivspezialist, lange Rallys will der 19-Jährige vermeiden. Der 1,91 Meter große Spanier kommt über das Tempo und Risiko in seinen Schlägen. Weil er möglichst lange Tennis am College spielen wollte, stand er vor einem Jahr in der Weltrangliste noch jenseits der Top 600 - jetzt gehört er schon zu den besten 30 Spielern der Welt. Für ihn spricht die jugendliche Unbekümmertheit, gegen ihn die fehlende Erfahrung auf der Grand-Slam-Bühne.
Casper Ruud (27)
Angesichts der Dauer-Dominanz von Sinner und Alcaraz sagte der Norweger kürzlich: "Ich weiß, dass ich in diesem Sport wahrscheinlich keine großen Rekorde brechen werde. Aber ich kann im Rahmen meiner Karriere und auf meinem eigenen Weg mein Bestes geben." Plötzlich ergibt sich für den 27-Jährigen genau wie bei Zverev die große Chance zumindest auf den ersten Grand-Slam-Triumph.
Ruud ist ein Sandplatz-Spezialist, er stand bereits 2022 und 2023 im Finale der French Open - war aber gegen Nadal und Djokovic jeweils chancenlos. In Rom musste er sich jüngst ebenfalls erst im Finale Lokalmatador Sinner geschlagen geben.
Alexander Zverev (29)
Oder schlägt sich Zverev sinnbildlich mal wieder selbst? Schon einmal, im Finale der US Open 2020 gegen seinen österreichischen Kumpel Dominik Thiem, hätte der Hamburger sich eigentlich zum Grand-Slam-Champion krönen müssen. Nach einer Zweisatzführung fehlten ihm am Ende zwei Punkte zum Sieg. Danach folgten noch zwei weitere Finalniederlagen auf der Grand-Slam-Bühne.
Zverevs große Gefahr besteht nun darin, schon jetzt zu sehr ans mögliche Endspiel in Paris am 7. Juni zu denken. Ex-Profi Philipp Kohlschreiber warnte: "Es gibt noch genug Stolpersteine." In der dritten Runde trifft Zverev am Abend (20.15 Uhr/Eurosport) auf den Franzosen Quentin Halys.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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