Frankfurt: Titel-Dreierpack: Varfolomeev rockt die Heim-WM
16.08.2026
Frankfurt: Titel-Dreierpack: Varfolomeev rockt die Heim-WM

Mit der Goldmedaille um den Hals sang Darja Varfolomeev bei der Siegerehrung inbrünstig die deutsche Nationalhymne mit und genoss die Ovationen des begeisterten Publikums. Mit insgesamt drei Gold-Triumphen und einmal Bronze sorgte die 19 Jahre alte Ausnahmeathletin bei der Heim-WM in der Rhythmischen Sportgymnastik einmal mehr für Superlative.

Nach dem Sieg im Mehrkampf am Freitag gewann Varfolomeev zum Abschluss der Titelkämpfe in Frankfurt am Main auch den Titel mit dem Band und dem Ball. Zudem gab es Bronze mit dem Reifen. Die Olympiasiegerin avancierte damit zum umjubelten WM-Star in der mit 4.500 Zuschauern ausverkauften Festhalle.

Im Trophäenschrank von Varfolomeev, die als Zwölfjährige aus Westsibirien zunächst allein nach Deutschland kam und der Sportart hierzulande mit ihren Erfolgen zu großer Popularität verholfen hat, liegen nun bereits 14 WM-Goldmedaillen und 17 weitere internationale Plaketten. Eine atemraubende Ausbeute in ihrer noch jungen Karriere.

Varfolomeev begeistert das Publikum

Auch vor heimischer Kulisse in Frankfurt hielt Varfolomeev dem Druck mit beeindruckender Nervenstärke stand. Mit ihren Auftritten brachte die Vorzeigeathletin vom TSV Schmiden die Stimmung auf den Rängen beinahe zum Überkochen. Jede technische Schwierigkeit, von denen Varfolomeev einige im Repertoire hatte, wurde vom euphorischen Publikum mit lauten Jubelschreien gefeiert.

Auch bei der Jury kamen ihre Vorstellungen gut an. Im Band-Finale legte sie als zweite Starterin 30,500 Punkte vor und lag am Ende hauchdünn vor der Bulgarin Stiljana Nikolowa (30,450). Einige Stunden zuvor hatte sie für ihre fehlerfrei vorgetragene Ball-Übung 30,350 Punkte erhalten. Damit verwies Varfolomeev die unter neutraler Flagge startenden Russinnen Sofija Ilterjakowa (29,800) und Maria Borisowa (29,150) deutlich auf die weiteren Medaillenplätze.

Zum Start des Finaltages hatte Varfolomeev mit dem Reifen ebenfalls einen starken Auftritt hingelegt. 30,400 Punkte bedeuteten Rang drei. Zur Goldmedaille, die Taisiia Onofriichuk aus der Ukraine gewann, fehlten nur 0,3 Zähler. Zweite wurde Titelverteidigerin Sofia Raffaeli aus Italien (30,500).

Gruppe geht leer aus

Nur in der Entscheidung mit den Keulen musste die Sportlerin des Jahres von 2024 tatenlos zuschauen, wie sich Nikolowa den WM-Sieg sicherte. Wegen eines kleinen Fehlers hatte Varfolomeev in der Qualifikation nur Rang neun belegt und das Finale knapp verpasst.

Für sie war das ein ärgerlicher Schönheitsfleck. "Natürlich wollte ich in allen vier Gerätefinals dabei sein", hatte sie nach dem kleinen Fauxpas am Donnerstag eingeräumt. Der war aber spätestens nach dem glanzvollen WM-Abschluss vergessen.

Im Schatten von Varfolomeev ging die deutsche Gruppe leer aus. Nach Platz vier im Mehrkampf am Samstag reichte es für das Quintett mit Alisa Datsenko, Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken und Anna-Maria Shatokhin auch in den Gerätefinals nicht zur erhofften Medaille. Am Ende standen Platz sechs mit drei Reifen und zwei Paar Keulen sowie Rang acht mit fünf Bällen. Gold ging in beiden Entscheidungen an Brasilien. Den Mehrkampf-Titel hatte sich am Vortag Spanien gesichert.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++

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