
Die Christusstatue, das berühmte Wahrzeichen Rio de Janeiros, ist auf den Werbebildern der DFB-Frauen schon zu sehen. Nur im Hintergrund zwar, aber: In der WM-Qualifikation geht es für die deutschen Fußballerinnen auch schon darum, ein Topteam für Brasilien 2027 zu formen. Damit anfangen will die Auswahl von Bundestrainer Christian Wück an diesem Dienstag (17.45 Uhr/ARD) in Dresden gegen Slowenien.
Bayern-Star Giulia Gwinn soll in Dresden den EM-Halbfinalisten von 2025 zum 20. Mal als Kapitänin auf den Rasen führen. "Die Stimmung ist super", berichtete Deutschlands "Fußballerin des Jahres" nach den ersten Trainingstagen auf dem DFB-Campus in Frankfurt. "Wir haben ein großes Ziel vor Augen. Es ist immer cool, wenn es Spiele sind, wo um was geht. Wir sind hoch motiviert."
Gegen den Außenseiter können sich die DFB-Frauen schon mal warm schießen für die nächste Herausforderung gegen Norwegen am kommenden Samstag (18.00 Uhr/ZDF) in Stavanger. Slowenien, 38. der FIFA-Weltrangliste, war noch nie bei einem großen Turnier dabei. Weiterer Gegner ist Österreich.
"Nichts zählt außer einem Sieg"
Als Gruppenerster wäre Deutschland ohne den Umweg über die Play-offs für die WM qualifiziert. "Nichts zählt außer einem Sieg. Mit der Einstellung gehen wir da rein", sagte Rückkehrerin und EM-Entdeckung Carlotta Wamser von Bayer Leverkusen.
Von "purer Freude auf das erste Spiel" sprach Lea Schüller. Die Torjägerin hofft nach einem schwierigen Jahr und dem Winterwechsel vom FC Bayern zu Manchester United auch auf einen persönlichen erfolgreichen Neuanfang.
Zwei Neulinge - aber ohne Klara Bühl
Wegen der ungewohnt langen Abstelldauer hat Wück seine 23-köpfigen Kader gleich 13 Tage zusammen. Er muss zum Auftakt eines Jahres ohne ein internationales Turnier aber auf Münchens Weltklassestürmerin Klara Bühl (Muskelverletzung) sowie die Langzeitausfälle Lena Oberdorf und Giovanna Hoffmann verzichten. Als Neulinge im Aufgebot sind Jella Veit (Eintracht Frankfurt) und Larissa Mühlhaus von Werder Bremen dabei.
Wück sowie seine Assistentinnen Saskia Bartusiak und Maren Meinert wollen die Trainingseinheiten unbedingt nutzen. "Wir sind weit in der Entwicklung, aber jetzt wollen wir die nächsten Schritte gehen", sagte der 52-Jährige, betonte aber auch: "Ich habe am Anfang meiner Amtszeit gesagt: Die ersten Schritte, die wir gehen, die werden sichtbar sein. Je höher man in der Leistung kommt, desto geringer werden diese Schritte werden."
Titel soll irgendwann her
2025 scheiterten die deutschen Frauen im EM-Halbfinale und in den Nations-League-Finals an den Weltmeisterinnen aus Spanien. Dass in Wücks Amtszeit (Vertrag bis zur Heim-EM 2029) irgendwann Titel her sollen, ist die klare Ansage beim DFB. Einen Turniersieg gab es zuletzt 2016 bei Olympia in Rio.
"Wir werden gegen die Sloweninnen spielerische Lösungen finden müssen, um gegen eine kompakte Mannschaft zu bestehen. Das wird nicht einfach, weil wir wenig Räume bekommen werden", sagte der Bundestrainer vor dem Heimauftritt in Dresden, für den gut 18.000 Karten verkauft sind.
Effizienz vor der Tor "ein Schlüsselthema"
Gwinn lobte zwar "diese Mentalität, diese Lust aufs Verteidigen, diese Lust wirklich füreinander da zu sein" im Team. Die Rechtsverteidigerin forderte aber auch mehr Selbstvertrauen: "Was wir teilweise auf dem Platz zaubern, das ist schon sehr besonders. Ich glaube, das darf gerne noch ein bisschen mehr in die Köpfe rein, dass wir da sehr, sehr stark unterwegs sind und nicht viel fehlt zur absoluten Spitze."
Gerade im Angriffsspiel ließen die DFB-Frauen im vergangenen Jahr oft Durchschlagskraft vermissen. "In der Offensive kann ich über die Effizienz vor dem Tor sprechen, da muss man nicht drum herumreden. Das wird am Ende ein Schlüsselthema sein", sagte Bühl vor ihrer unfreiwilligen Heimreise.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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