
- Wegen Israel-Teilnahme: Mehrere Länder kündigen ESC-Boykott an
- Eurovision Songcontest zu politisch: Reaktionen auf Israel-Teilnahme fallen gemischt aus
- Größter Sponsor will 2026 nicht teilnehmen: Das bedeutet die Absage Spaniens beim ESC
- So reagiert das Netz auf die ESC-Entscheidung für 2026 in Österreich
Die Europäische Rundfunkunion hat am Donnerstag in Genf eine Entscheidung getroffen, die den Eurovision Song Contest 2026 in Wien grundlegend erschüttert. Die Mitgliedssender stimmten mehrheitlich für eine Änderung der Abstimmungs- und Werberegeln, wodurch allen interessierten Ländern die Teilnahme ermöglicht wird – einschließlich Israel.
ESC-Eklat noch vor dem Wettbewerb - Regeländerung sorgt für Zerwürfnis
Diese Regeländerung legt tiefe Gräben zwischen den EBU-Mitgliedern offen. Während einige Sender wegen des Gaza-Kriegs einen Ausschluss Israels gefordert hatten, stellten sich andere Länder wie Deutschland dagegen. Die Abstimmung erfolgte nicht direkt über Israels Teilnahme, doch das Ergebnis ebnet dem Land den Weg zum Musikwettbewerb am 16. Mai in der österreichischen Hauptstadt.
Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2023 überschattet der Nahost-Krieg den traditionsreichen Gesangswettbewerb.
ESC-Boykott wegen Israel: Vier Länder verweigern die Teilnahme
Unmittelbar nach der Abstimmung verkündeten die Rundfunkanstalten aus Spanien, Irland, den Niederlanden und Slowenien ihren Boykott des Wettbewerbs. Die Kritik fiel dabei scharf aus.
RTVE-Präsident José Pablo López erklärte, die Entscheidung zeige, dass der ESC kein Musikwettbewerb mehr sei, sondern "ein Festival, das von geopolitischen Interessen dominiert" werde. Der niederländische Sender Avrotros begründete seinen Rückzug damit, dass "eine Teilnahme unter den gegenwärtigen Umständen mit den für uns wesentlichen öffentlichen Werten unvereinbar" sei.
Der irische Sender RTÉ verwies auf den "entsetzlichen Verlust von Menschenleben in Gaza und der humanitären Krise dort". Sloweniens RTV betonte seine Verpflichtung zur Einhaltung ethischer Grundsätze als öffentlich-rechtliche Anstalt.
Wie verhält sich Deutschland im ESC-Konflikt um Israel?
Ganz anders fielen die Reaktionen in Österreich, Deutschland und Israel aus. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig begrüßte die Entscheidung ausdrücklich und zeigte sich "skeptisch, was den Boykott von Künstlerinnen und Künstlern angeht – insbesondere, wenn es ihre Herkunft betrifft". Israelische Künstler würden in Wien stets auftreten können.
"Israel gehört zum ESC wie Deutschland zu Europa"
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer unterstrich gegenüber der "Bild": "Israel gehört zum ESC wie Deutschland zu Europa." Der Wettbewerb sei ein Anlass, "die Vielfalt der Musik zu feiern".
Auch Israels Staatspräsident Izchak Herzog äußerte sich zustimmend. Der israelische Sender KAN warnte, ein Ausschluss könne "nur als kultureller Boykott verstanden werden" – mit unabsehbaren Folgen für andere Länder. ORF-Intendant Roland Weißmann betonte, der ESC biete die Chance, "das Verbindende vor das Trennende zu stellen".
Weitere Boykotte drohen – Großsponsor wackelt
Neben den vier Ländern, die bereits ihren Rückzug erklärt haben, ziehen weitere Nationen einen Boykott in Betracht. Belgien, Island, Schweden und Finnland prüfen derzeit ebenfalls, ob sie dem Wettbewerb fernbleiben werden.
Besonders brisant ist die Absage Spaniens. Das Land zählt gemeinsam mit Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich zu den fünf größten Geldgebern des Eurovision Song Contests. Diese Nationen tragen einen erheblichen Teil der Kosten und sind automatisch für das Finale qualifiziert.
Welche konkreten Auswirkungen die Boykottankündigungen auf den Wettbewerb haben werden, bleibt vorerst unklar. Die Teilnehmerzahl schwankt beim ESC ohnehin von Jahr zu Jahr.
Neue Regeln sollen Vertrauen wiederherstellen
Die EBU reagierte mit den Regeländerungen auch auf Kritik am ESC 2025 in Basel. Dort hatte die israelische Sängerin Yuval Raphael durch außergewöhnlich viele Zuschauerstimmen den zweiten Platz erreicht. Kritiker warfen daraufhin Manipulationsvorwürfe in den Raum.
Künftig sollen regierungsnahe Werbekampagnen für ESC-Teilnehmer eingeschränkt werden. Die Rundfunkunion verspricht sich davon mehr "Vertrauen, Transparenz und Neutralität" beim Wettbewerb.
Das Motto des 70. ESC-Finales lautet ausgerechnet "United by Music" – vereint durch Musik. Angesichts der aktuellen Spaltung wirkt dieser Slogan wie ein frommer Wunsch. Beim Wettbewerb 2025 verfolgten rund 170 Millionen Zuschauer das Spektakel im Fernsehen, hinzu kamen über zwei Milliarden Kontakte in sozialen Medien.
So reagieren die ESC-Fans auf die Boykott-Ansagen der Länder
Besonders im Netz wird über die Boykott-Androhung mancher Länder heiß diskutiert. Dass der Gesangswettbewerb zunehmend politisch wird, passt vielen Zuschauern nicht. Andere teilen die Vorbehalte:
- "Niederlande weg, Spanien weg, Slowenien weg, Irland weg - wenn das so weiter geht, tritt #Israel beim #ESC 2026 ganz allein an. Ein Irrsinn!"
- "Find es zwar schade um alle, die (deswegen) nicht mitmachen."
- "Beim #ESC geht es darum, über Musik Menschen und Völker einander näher zu bringen. Die Länder, die 2026 nicht daran teilnehmen wollen, weil sie ein langjähriges Mitglied #Israel ausschließen wollen, zeigen ihr wahres Gesicht und wie sie zum Überfall am 7.Okt. wirklich stehen."
- "Gut so. Leute, die gegen eine israelische Sängerin hetzen, weil sie eine israelische Sängerin ist, braucht niemand."
- "Super, meine mindestens 5 Stimmen beim #ESC sind #Israel sicher!"
- "und ich freue mich schon jetzt darauf, beim #Esc #Israel mindestens 5 Stimmen zu geben."
- "Wenn #Israel vom #ESC ausgeschlossen worden wäre, hätten sich hoffentlich genug andere Länder zurückgezogen."
- "Es ist falsch zu boykottieren oder auszuschließen. Gut, dass #Israel am #ESC teilnehmen darf und nicht gut, dass #Niederlande und #Spanien absagen."
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