
Der Gründer der weltweiten Genussbewegung Slow Food, Carlo Petrini, ist tot. Der Italiener starb am Donnerstagabend nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren in seiner Heimatstadt Bra, einer 30.000-Einwohner-Gemeinde in der norditalienischen Region Piemont, wie die Organisation mitteilte.
Petrini hatte Slow Food (Langsam Essen) Mitte der 1980er Jahre mit dem Ziel gegründet, ein "Recht auf Genuss" sowie auf gute, saubere und faire Lebensmittel für alle zu fördern. Inzwischen ist die Bewegung in zahlreichen Ländern vertreten, auch in Deutschland. Sie versteht sich ausdrücklich als Gegenmodell zum sogenannten Fast Food, dem schnellen Essen, aus den USA. Die Bewegung lebt von lokalen Gruppen, die Kochkurse, Verkostungen und Besuche bei Herstellern organisieren.
Inzwischen Slow-Food-Gruppen in aller Welt
Petrini – oder "Carlin", wie ihn die meisten nannten – wurde 1949 in Bra geboren. Er arbeitete nach einem abgebrochenen Studium als Gastronom, Journalist und Schriftsteller. Im Juli 1986 hob er als Verfechter eines nachhaltigen und gerechten Ernährungssystems in seiner Heimat die Initiative Agricola aus der Taufe, aus der dann Slow Food Italia wurde. Als Maßstab nannte er drei Begriffe: "Buono, pulito e giusto." (Gut, sauber und fair.) Logo von Slow Food ist eine Weinbergschnecke als Symbol der Langsamkeit.
Im Dezember 1989 unterzeichneten dann in Paris Delegationen aus 20 verschiedenen Ländern ein Manifest, mit dem Slow Food international wurde. Bis 2022 war Petrini Präsident der internationalen Organisation. In der Mitteilung zu seinem Tod hieß es: "Seine Energie, sein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen, sein Tatendrang und sein Lebensbeispiel werden die Kraft sein, die uns alle leiten wird."
Viele Auszeichnungen
Petrini gehörte auch zu den Gründern der Universität der Gastronomischen Wissenschaften im italienischen Pollenzo (2004), die einen interdisziplinären Ansatz für das Studium der Ernährung verfolgt, sowie der internationalen Gemeinschaften Laudato si, die Menschen verschiedener Glaubensrichtungen vereint. Inspiriert sind sie von einer gleichnamigen Enzyklika des im vergangenen Jahr verstorbenen Papstes Franziskus. Petrini selbst bezeichnete sich als nicht gläubig.
2004 wurde der Italiener vom US-Magazin "Time" zum "Europäischen Helden"
ernannt. 2008 nahm ihn die britische Tageszeitung "The Guardian" als einzigen Italiener in eine Liste von 50 Menschen auf, die die Welt retten könnten. Mehrfach trat er bei großen internationalen Treffen wie Veranstaltungen der Vereinten Nationen oder Klimagipfeln auf.
"Wer Utopie sät, wird Realität ernten"
Zu seinen Leitsprüchen gehört der Satz: "Wer Utopie sät, wird Realität ernten." Petrini war bereits seit längerer Zeit krank. In einem seiner letzten Interviews sagte er der italienischen Zeitung "Corriere della Sera": "Ob ich daran denke, dass ich einmal nicht mehr da sein werde? Ja, aber ich hoffe, dass ich
die Grundlagen dafür gelegt habe, dass die Arbeit weitergeht."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":
- Identifizierung per Flosse: 15.000 Kilometer durchs Meer: Wanderrekord für Buckelwale
- Kriminalität: Zehntausende Uniklinik-Patienten von Cyberangriff betroffen
- Verlassen am Straßenrand: Bericht: Mutter der in Portugal verlassenen Kinder gefasst
- Eilmeldung: Dritte Leiche nach Hauseinsturz in Görlitz gefunden
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Flughafen: Lufthansa-Maschine knickt am Frankfurter Flughafen ein04.06.2026 - 2
Hochzeit des Jahres: Taylor Swift und Travis Kelce sind verheiratet04.07.2026 - 3
1. FC Köln News: St. Paulis Mets unglücklich - Kritik an Elfmeter-Entscheid18.04.2026 - 4
Champions League: Schlägereien unter Fans vor Champions-League-Finale30.05.2026 - 5
Prinz William: So macht sich der Briten-Thronfolger unsichtbar09.06.2026
Ähnliche Artikel
Champions League: Wunder von Linz: LASK erstmals in der Champions League26.08.2026
Strafverfahren: Gericht lässt Anklage gegen Assauers Tochter nicht zu25.08.2026
FC Bayern München News: FC Bayern verlängert mit Vorständen Eberl und Dreesen25.08.2026
Eilmeldung: FC Bayern verlängert mit Vorständen Eberl und Dreesen25.08.2026
FC Bayern München - VfB Stuttgart im Live-Stream und TV: Die Roten wollen gegen Stuttgart die Punkte zu Hause behalten25.08.2026
Tennis News: Frühes Mixed-Aus für Zverev bei US Open25.08.2026
Dolly Parton ist tot: US-Country-Legende mit 80 Jahren gestorben25.08.2026
Mordkommission eingerichtet: 20-jähriger Mann in Leverkusen erstochen25.08.2026
Erste Häuserzeilen geräumt: Waldbrand am Stadtrand von Barcelona25.08.2026
Transfer News: Diomande-Ersatz: Nkunku kehrt zu RB Leipzig zurück25.08.2026
Eintracht Braunschweig - Hertha BSC im Live-Stream und TV: Die Löwen treffen am 28.08.2026 auf Hertha25.08.2026
VfL Bochum - VfL Osnabrück im Live-Stream und TV: Bewährungsprobe am 28.08.2026 für Osnabrück gegen den VfL aus dem Ruhrpott25.08.2026
Carsten Maschmeyer privat: Trennung von Veronica Ferres - das bewegte Leben des DHDL-Investors25.08.2026
Eilmeldung: Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer haben sich getrennt25.08.2026
Fortuna Düsseldorf - VfB Stuttgart II im Live-Stream und TV: Fortuna empfängt am 3. Spieltag Stuttgart II25.08.2026
Brände und Hitze: 39 Brände in Griechenland25.08.2026
Radsport: 50-Kilometer-Solo: Pogacar dominiert auf brutaler Bergetappe25.08.2026
FC Bayern München News: Watzke kontert Hoeneß-Kritik wegen Klopp-Berater25.08.2026
Daniela Katzenberger: Wegen ihrer neuen Figur angefeindet - jetzt schlägt die Katze zurück25.08.2026
Volleyball-EM 2026: Volleyballerinnen nach zweitem Sieg nah am Achtelfinale25.08.2026
























