
Drohnen über Thüringens Wiesen: Die Fluggeräte mit Wärmebildkameras helfen, Rehkitze aufzuspüren - und zu retten. "Wir haben derzeit 15 Teams im Einsatz, flächendeckend in Thüringen", sagte der Naturschutzreferent des Landesjagdverbandes, Silvio Anders, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Die Mahd der Wiesen sei in vollem Gang - voraussichtlich noch bis Anfang Juli laufe die Rettungsaktion.
Allein im vergangenen Jahr seien auf diese Weise im Freistaat mehr als 6.000 Kitze gerettet worden, sagte Anders. "Diese Zahl werden wir in diesem Jahr toppen." Die Rehkitze haben in den ersten Tagen ihres Lebens noch keinen Fluchtinstinkt und pressen sich ins Gras, wenn Gefahr droht beispielsweise durch die Maschinen, die für die Mahd der Wiesen eingesetzt werden. Erst ab der dritten Lebenswoche setze bei den jungen Rehen der Fluchtinstinkt ein.
"Das ist gelebter Tierschutz"
Den Teams gehörten vor allem Jäger, Jagdpächter, zunehmend aber auch Freiwillige aus der Bevölkerung an. "Das Interesse ist groß." Die Drohnenteams, von denen einige über mehrere Fluggeräte verfügten, arbeiteten eng mit Agrarbetrieben und Landwirten zusammen "Das Zusammenspiel läuft sehr gut. Das ist gelebter Tierschutz", sagte Anders.
Allein in diesem Jahr seien vier neue Teams dazugekommen, alle arbeiten ehrenamtlich, oft vor ihrer Berufstätigkeit. "Die Teams sind straff mindestens einen Monat unterwegs." Wiesen, die gemäht werden sollen, würden morgens abgesucht. Die Körperwärme der Kitze würde sich zu dieser Zeit noch gut von der Umgebungstemperatur abheben.
Sind sie geortet, werden die Tierkinder von Helfern mit Keschern abgedeckt und zusammen mit Gras in spezielle Taschen gepackt. An einem schattigen Ort am Feldrand bleiben sie in den Spezialtaschen, bis sie nach der Mahd auf die Wiesen getragen werden. Etwas ältere Kitze würden bei Drohenflügen auch selbst aufspringen oder von der Ricke aus der Wiese geführt.
Finanzhilfen ermöglichen den Drohnenkauf
Entdeckt würden mit den Kameras auch manchmal Bodenbrüter oder neugeborene Feldhasen - auch sie würden gesichert. Die Anschaffung der Drohnen werde vom Bundesagrarministerium mit etwa 3.000 Euro finanziell gefördert. "Sonst könnten sich die Kreisjagdverbände nicht leisten."
Eine Gewähr, dass alle Flächen abgesucht und alle Rehkitze gefunden werden, gebe es jedoch nicht, erklärten übereinstimmende der Landesjagdverband und der Bauernverband. Aber das System werde seit Jahren ausgebaut. Anders verwies auf aktuelle Zahlen aus dem Weimarer Land. Dort seien in dieser Saison bereits 1.566 Hektar Fläche mit Drohnen abgesucht worden. 100 Kitze seien gerettet worden, 69 seien selbst weggelaufen. In der gesamten Saison 2025 seien allein in diesem Kreis bei 55 Einsätze 1.632 Hektar aus der Luft abgesucht worden.
Vier Kitze pro 100 Hektar
Nach Angaben des Bauernverbandes ist das Absuchen der Wiesen mit Drohen die effektivste Weise, um Kitze zu finden. Der Verband weise regelmäßig alle seine Mitglieder auf die Pflicht und die moralische Verpflichtung zur Suche nach Rehkitzen hin.
Nach dem Tierschutzgesetz müssen die Landwirtschaftsbetriebe Vorkehrungen treffen, um Tierleid zu verhindern. "Eine Aufgabe, die unsere Landwirte in eine hohe Verantwortung bringt und bei deren Lösung sie auf Unterstützung angewiesen sind", erklärte eine Sprecherin des Thüringer Bauernverbandes auf Anfrage in Erfurt. Die Deutsche Wildtier Stiftung geht im Schnitt von vier Rehkitzen pro 100 Hektar Grünland aus.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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