
Das Happy End im denkwürdigen Pokal-Drama und das Novum der Vereinshistorie waren Sebastian Hoeneß für eine solche Aktion noch nicht groß genug. "Hoeneß auf den Zaun", skandierten die Fans, als der Titelverteidiger VfB Stuttgart tanzend und hüpfend den zweiten Finaleinzug im DFB-Pokal in Serie frenetisch feierte. Doch Hoeneß lehnte ab. Muss dafür der Coup gegen den FC Bayern am 23. Mai im Finale in Berlin her?
"Ich hatte nicht das Gefühl, dass es der richtige Moment ist", erklärte der emotional aufgewühlte Coach nach dem Last-Minute-Tor zum 2:1 in der Verlängerung gegen den Bundesliga- und Landesrivalen SC Freiburg. "Wir haben noch viel vor. Wir haben noch zwei Riesenziele vor uns, die greifbar sind. Wenn wir eins, vielleicht beide Ziele erreichen, kann es passieren."
Mit einem zusätzlichen Schub kann sich der VfB wie 2024 über die Bundesliga für die Champions League qualifizieren. Hoeneß gab dies im Pokal-Rausch in der Nacht zu Freitag deutlicher als zuvor in dieser Saison als Ziel aus. Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) im Alltag gegen Werder Bremen sollen die nächsten drei Punkte her. Und wie 2025 bei der Final-Party gegen Außenseiter Bielefeld (4:2) greifen die Stuttgarter nur ein Jahr später erneut nach dem Pokal.
VfB Stuttgart vor starkem Saison-Abschluss
Nie zuvor stand der Club zweimal nacheinander im Endspiel. Diese Saison wird wieder als außergewöhnlich erfolgreich in der Vereinschronik auftauchen. Der Eintrag kann jetzt noch deutlich aufgehübscht werden.
Diesmal könnte die Aufgabe im Olympiastadion aber nicht komplizierter sein als gegen den frühzeitig feststehenden deutschen Meister, der seinen ersten Pokaltriumph seit sechs Jahren als Anspruch begreift. "Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir sehr viele Spiele verlieren. Aber wir müssen ja nur einmal spielen...", so Hoeneß.
Wie die Schwaben das übermächtig wirkende Starensemble aus München packen können? "Beten, dass sie Fehler machen, und wir die ausnutzen", meinte Nationalstürmer Deniz Undav.
Unter Hoeneß ist die sportliche Qualität der Mannschaft gewachsen. Auch das Selbstverständnis, Trophäen gewinnen zu können, nahm mit dem Triumph 2025, dem ersten großen Titel seit der Meisterschaft 2007, zu. "Wir wollten wieder einen Titel gewinnen oder wollen die Chance haben, einen Titel zu gewinnen", sagte Undav. "Es wird zwar sehr, sehr, sehr, sehr schwer, aber die Chance ist da."
Hoeneß hält sein Team für wie gemacht für Titel-Entscheidungen
Die Klasse der Bayern spürten die Schwaben erst am vergangenen Sonntag beim 2:4 in München. Auch im eigenen Stadion bekam der VfB in dieser Saison zweimal Anschauungsunterricht. Das 0:5 in der Bundesliga-Hinrunde und das 1:2 im Supercup im August verschlechterten die ohnehin schwache Bilanz.
Dennoch sieht sich der VfB natürlich nicht chancenlos - mit der Ahnung, dass in einem Spiel alles möglich ist. Der Coach sieht sein Team wie gemacht für die großen Aufgaben. "Sie sind für wichtige Spiele bereit und haben das, was es braucht, diese Spiele zu spielen", erklärte Hoeneß. "Dieser Spirit ist in dieser Mannschaft drin." In der Europa League allerdings waren die Stuttgarter in diesem Jahr anders als Freiburg im Achtelfinale gescheitert.
Halbfinale hatte "Potenzial für Herzrhythmusstörungen"
Im spannenden Halbfinale gegen den badischen Europapokal-Halbfinalisten zitterten die Schwaben bis zum letzten Moment. Die Dramatik spitzte sich in der Verlängerung zu. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth stufte den Pokalfight als Partie "mit Potenzial für Herzrhythmusstörungen" ein.
Den Freiburgern wurde zunächst ein Tor von Lucas Höler aberkannt. Den Ärger der Badener darüber konnten sogar die siegreichen Stuttgarter verstehen. In Hölers Laufduell mit VfB-Abwehrchef Jeff Chabot hatten beide Spieler den Körper eingesetzt. Bevor der Ball die Linie überschritt, entschied das Schiedsrichtergespann um Tobias Welz auf Foul an Chabot. "Einen krasseren Fehler, glaube ich, kannst du nicht machen als Schiri", kritisierte Undav. Hoeneß meinte: "Die Situation darfst du nicht abpfeifen."
Wie die Partie ausgegangen wäre, hätte das Tor gezählt, bleibt Spekulation. So hatten die Schwaben weiter die Chance auf das 2:1 - und Tiago Tomás durfte sich am Ende als Matchwinner von seinen Teamkollegen auf den Schultern tragen lassen. Einen "emotionalen Overload" habe er gespürt, so Hoeneß, als der Portugiese mit seinem kunstvollen, eingesprungen Tor mit dem Absatz in der 119. Minute die Partie entschied. Der Chancenwucher rächte sich nicht.
Wie Hoeneß das Finale gegen die Bayern toppen möchte
Der 43-Jährige gewinnt im Schwabenländle noch einmal an Ansehen. Seine Vorfreude auf das Endspiel ist riesengroß. "In Berlin gegen Bayern Pokal-Finale zu spielen - da geht nichts mehr drüber", sagte der Sohn von Dieter Hoeneß. "Aber wir werden auch nach Berlin fahren, um alles dafür zu tun, um zum zweiten Mal den Pokal in die Höhe zu strecken. Dann wäre es gegen die Bayern, dann ist es etwas, was in diesem Wettbewerb nicht zu toppen ist."
Steigt Hoeneß dann auf den Zaun? Einmal ist er in seinen drei VfB-Jahren zu den Fans geklettert. Anfang Mai 2024, als eine 3:1-Gala gegen den FC Bayern den Weg zur späteren Vizemeisterschaft ebnete.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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