
- In Mexiko herrschen Chaos und Gewalt nach dem Tod eines Kartellbosses
- Der als "El Mencho" bekannte Drogenboss wurde bei einem Einsatz getötet
- Das Kartell Jalisco Nueva Generación rächt sich mit gewalttätigen Aktionen
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Nach der Tötung des berüchtigten Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes durch mexikanische Streitkräfte ist das Land in eine beispiellose Gewaltwelle gestürzt. Der 59-jährige Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), besser bekannt als "El Mencho", starb am Sonntag bei einem Militäreinsatz in der Stadt Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Seine Organisation will den Tod des Drogenbosses nun rächen.
Brennende Autos auf den Straßen - Ausschreitungen fordern Todesopfer
Die Vergeltungsaktionen des Kartells erreichten in insgesamt 20 der 32 Bundesstaaten Mexikos ein erschreckendes Ausmaß. Laut "Euronews" blockierten ausgebrannte Fahrzeuge an mehr als 250 Stellen in 20 Bundesstaaten die Straßen. Neben Jalisco waren besonders Michoacán, Guanajuato, Aguascalientes und Tamaulipas betroffen.
Die Gewalt richtete sich nicht nur gegen Zivilisten und deren Eigentum. Kartellmitglieder attackierten auch Stützpunkte der Nationalgarde, wie lokale Medien berichteten. Die Behörden in Jalisco, Michoacán und Guanajuato meldeten mindestens 14 Tote, darunter sieben Angehörige der Nationalgarde.
Fluggesellschaften stoppen Verbindungen nach Mexiko
Der Luftverkehr kam in weiten Teilen des Landes zum Erliegen. Nordamerikanische Airlines wie United, Southwest und Air Canada strichen sämtliche Flüge nach Puerto Vallarta, Guadalajara und Manzanillo. Mehrere Maschinen, die sich bereits auf dem Weg nach Mexiko befanden, drehten mitten im Flug um.
An den Flughäfen brach daraufhin Chaos aus. In den Terminals verbreitete sich Panik, zahlreiche Reisende saßen fest. Besonders in den Urlaubsmetropolen wie dem Badeort Puerto Vallarta herrschten chaotische Zustände, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete. Aufgebrachte Kartellmitglieder sorgten auch an den Flughäfen für Angst und Schrecken.
Deutsche Botschaft warnt vor Fluchtversuchen an Straßensperren
Die diplomatischen Vertretungen mehrerer Länder reagierten mit dringenden Sicherheitswarnungen. Die deutsche Botschaft teilte auf der Plattform "X"(ehemals Twitter)mit, dass es "in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen" komme. Touristen in Hotels sollten dort verbleiben und nicht notwendige Fahrten unterlassen. Besonders eindringlich warnte die Botschaft: "Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten."
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WM-Spielort Guadalajara nur 100 Tage vor Turnierbeginn lahmgelegt
Die Gewalt trifft Mexiko zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. In Guadalajara, einer der drei mexikanischen Austragungsstädte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, kam das öffentliche Leben vollständig zum Stillstand. Die Straßen der Millionenmetropole verwandelten sich in eine Geisterstadt. Die Behörden in Jalisco sagten sämtliche Großveranstaltungen ab. Auch der Präsenzunterricht an Schulen fiel am Montag aus.
Das Turnier beginnt im Juni - gemeinsam ausgerichtet von Mexiko, den USA und Kanada. In Jalisco sollen vier WM-Spiele stattfinden. Ob die Sicherheitslage bis dahin stabilisiert werden kann, bleibt offen. Selbst nach der Festnahme des berüchtigten "El Chapo" im Jahr 2016 hatte es keine vergleichbaren Gewaltausbrüche gegeben.
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