
Nach dem vierten Sieg im fünften Spiel hielten Deutschlands Basketballerinnen stolz das symbolische WM-Ticket in die Kameras. Zwar war die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes schon zuvor als Gastgeber für die Weltmeisterschaft in Berlin (4. bis 13. September) qualifiziert. Dass mit dem abschließenden 81:73 gegen Nigeria beim Qualifikationsturnier in Lyon aber Platz zwei hinter Gastgeber Frankreich und damit auch sportlich die Teilnahme an der WM gesichert wurde, machte das Team dann dennoch stolz.
"Das war emotional ein unglaublich wichtiger Sieg für uns", sagte der neue Bundestrainer Olaf Lange bei MagentaSport. "Ganz besonders, weil so viele nicht dabei sind und diese Gruppe sich selbst beweisen musste, dass sie auch ohne die Fehlenden Nigeria über unseren Willen, unser System und unsere Disziplin schlagen kann."
Lange hinterlässt erste Spuren
Lange ist erst seit einigen Monaten für das hoffnungsvolle Team verantwortlich, doch schon jetzt hat der Nachfolger der Kanadierin Lisa Thomaidis erste Spuren hinterlassen. Die Mannschaft spielt deutlich schneller und versucht mehr Dominanz auszustrahlen. "Olaf ist das Puzzlestück, das uns noch gefehlt hat", lobte WNBA-Profi Leonie Fiebich den neuen Chefcoach, mit dem sie schon bei New York Liberty in den USA zusammengearbeitet hat. "Es geht in eine sehr gute Richtung."
Doch wo steht das deutsche Team ein halbes Jahr vor der WM in Berlin, bei der eine Medaille her soll? "Wir sind immer noch in einem Prozess", sagte Lange. Der gebürtige Berliner, der in seiner langen Trainerkarriere schon viele Erfolge auf höchstem internationalem Level feiern konnte, nutzte die Zeit in Lyon neben den fünf Spielen in sieben Tagen vor allem dazu, mit viel Videostudium sein System zu implementieren.
Schwierige Vorbereitung
Schließlich ist die Zeit direkt vor der Heim-WM kurz. Lange selbst wird zu Beginn der Vorbereitung Anfang August nicht dabei sein, weil er noch als Assistenzcoach seiner Frau Sandy Brondello beim neuen WNBA-Club in Toronto gefordert ist. Immerhin kommt er etwas früher nach Deutschland als die in den USA unter Vertrag stehenden Spielerinnen. Satou und Nyara Sabally, Leonie Fiebich und Lisa Geiselsöder - sie alle werden erst ein paar Tage vor Turnierbeginn nach Deutschland kommen.
In Lyon fehlten Satou Sabally und Geiselsöder verletzungsbedingt. In Berlin wollen beide unbedingt dabei sein. "Wir haben außer bei Olympia nie mit allen zusammengespielt", sagte Fiebich. "Von daher sind die Tage vor der WM ganz wichtig."
Vor der EM im vergangenen Jahr mit einer Vorrunde in Hamburg fielen die beiden Sabally-Schwestern und Kapitänin Marie Gülich kurzfristig aus. In Berlin wird das Trio dringend gebraucht. Denn nur wenn Deutschland komplett ist, hat das Team bei allem Talent eine Chance auf eine Medaille.
Top-Teams noch voraus
Das wurde der Mannschaft in Lyon bei der klaren 63:85-Niederlage gegen den Olympia-Zweiten Frankreich schmerzhaft vor Augen geführt. "Aktuell waren sie noch eine Nummer zu groß für uns", räumte Lange ein. "Doch das Ziel war nicht, heute Frankreich zu schlagen. Wir haben einen langfristigen Plan mit der WM und Olympia 2028."
Für Lange geht es nun erst einmal zurück in die USA. Dort wird er die Erkenntnisse der vergangenen Tage sacken lassen und genau analysieren. Am 21. April findet dann im Kraftwerk in Berlin die WM-Auslosung statt. Das große Highlight im deutschen Frauen-Basketball wird damit noch greifbarer. Die Vorfreude ist schon jetzt riesengroß. "Eine Heim-WM spielt man nur einmal im Leben", sagte Fiebich. Hoffentlich im September dann in voller Besetzung.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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